Umfrage Deutsche fühlen sich vom Klimawandel bedroht

Das Umweltbewusstsein der Deutschen ist einer Studie zufolge weiter gestiegen. Den Klimawandel empfinden immer mehr als bedrohlich für sich und die Familie. Die Mehrheit will, dass Deutschland eine Vorreiterrolle im Klimaschutz spielt und plädiert für eine Kerosinsteuer.

93 Prozent aller Deutschen halten den Umweltschutz für wichtig - das Umweltbewusstsein ist demnach gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Universität Marburg hervor, wie Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt als Auftraggeber der Untersuchung am heutigen Dienstag in Berlin mitteilten.

Der Umweltschutz rangiert damit unter den von den Befragten genannten wichtigsten Problemen Deutschlands auf Rang zwei. Nur die Arbeitslosigkeit wurde als noch größeres Problem angegeben. Den Treibhauseffekt nannten die Befragten als das Umweltproblem, das sie als persönlich am bedrohlichsten für sich und ihre Familie empfinden. Der Chef des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, sprach von "einem kleinen Wunder", dass sich diese Problematik so schnell ins Bewusstsein der Menschen geschoben habe.

Zwei von drei Bundesbürgern wünschen sich laut der Studie eine Vorreiterrolle Deutschlands beim internationalen Klimaschutz. Das seien 20 Prozent mehr als 2002. Die Studie, die seit 1990 alle zwei Jahre erneuert wird, zeigt Troge zufolge, dass die Deutschen auch Opfer für den Umweltschutz bringen würden. So hätten sich 80 Prozent für eine Steuer auf Flugzeugbenzin ausgesprochen. In einer früheren Umfrage waren derartige Opfer, beispielsweise höhere Spritpreise, noch mehrheitlich abgelehnt worden.

Auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stießen der Ausbau erneuerbarer Energien, das Bemühen um mehr Energieeffizienz und der Verzicht auf die Atomenergie. 87 Prozent plädierten für einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien. Zugleich sprachen sich zwei Drittel der Befragten dafür aus, am Atomausstieg festzuhalten oder ihn sogar zu beschleunigen. Eine nahezu hundertprozentige Zustimmung fand die Forderung an die Industrie, mehr energiesparende Produkte anzubieten.

hda/AFP/rtr

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