Umweltgifte Brandschutzmittel in Lachsen entdeckt

Lachs aus Zuchtfabriken enthält einer Studie zufolge hohe Konzentrationen von Flammenhemmenden Substanzen. Das haben US-Forscher herausgefunden. Bereits zu Jahresbeginn hatten die Wissenschaftler andere Umweltgifte im Fischfleisch nachgewiesen.


 Womöglich giftig: Flammenhemmende Zusatzstoffe im Lachsfleisch
AP

Womöglich giftig: Flammenhemmende Zusatzstoffe im Lachsfleisch

Im Januar hatten Forscher der Indiana University in Bloomington die Umweltgifte Dioxin und PCB in bedenklich hoher Menge in Lachsfleisch entdeckt. Sie stellten fest, dass die krebserregenden Stoffe stärker konzentriert in gezüchtetem Lachs auftauchen als in Wildlachs.

Das Forscherteam um Ronald Hites testete nun 700 Lachse aus der ganzen Welt auf Polybromierte Diphenylether (PBDE), die als Flammhemmende Zusätze in Elektronik und in Möbeln verwendet werden. Das Ergebnis: Die Zuchtfische haben von dieser Substanz ebenfalls eine viel höhere Konzentration im Fleisch als ihre Artgenossen in freier Wildbahn. Der höchste Wert wurde im Chinook, dem Königslachs, gemessen. Das schreiben die Forscher im Fachmagazin "Enviromental Science & Technology".

Für die hohe Schadstoffkonzentration machen die Forscher erneut das auf Lachsfarmen verwendete Futter verantwortlich: In den Futterarten sei oft verseuchtes Fischöl enthalten.

Die Wissenschaftler raten den Konsumenten, beim Kauf ihren Lachs sehr sorgsam auszuwählen. Bislang herrscht allerdings noch Uneinigkeit darüber, wie gefährlich die Flammenhemmenden Zusatzstoffe tatsächlich sind.



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