Wegen Feinstaub und Ruß Umweltverbände wollen Holzkamine verbieten

Züngelndes Feuer im Kamin gilt als trendig, ist aber schlecht für die Luft. Umweltverbände fordern deshalb, den Verkauf von Öfen ohne Partikelfilter und Umweltsiegel zu untersagen.
26 Prozent des Feinstaubs und 44 Prozent des Rußaufkommens in Deutschland gehen auf den Hausbrand zurück

26 Prozent des Feinstaubs und 44 Prozent des Rußaufkommens in Deutschland gehen auf den Hausbrand zurück

Foto: Amelie Sachs/ DPA

Im Winter legt sich der Geruch von verbranntem Holz über das Land. Selbst in Großstädten lodern die Flammen in Komfortöfen: So heißen Kamine, die nicht wegen der Wärme, sondern wegen der heimeligen Atmosphäre angezündet werden, in der Fachsprache. Hinzu kommen Holzpellet-Heizungen, mit denen Hausbesitzer dem Klima etwas Gutes tun wollen.

Mittlerweile ist dieser Trend aber zu einem Problem für die Luftqualität geworden. Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden fordert deshalb ein weitgehendes Verbot von Holzkaminen. Die Verbände schlagen nach Informationen des SPIEGEL vor, nur noch Öfen zu genehmigen, die über Feinstaubfilter und einen Blauen Umwelt-Engel als Gütesiegel verfügen.

In Deutschland gehen 26 Prozent des Feinstaubs und 44 Prozent des Rußaufkommens auf den sogenannten Hausbrand aus Kaminen und Öfen zurück. Der Rußausstoßanteil könnte bis 2030 auf 67 Prozent ansteigen, sofern nicht Gegenmaßnahmen insbesondere gegen Holzkamine ergriffen würden, so der Umweltexperte Axel Friedrich. Friedrich ist Berater der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die gemeinsam mit anderen Organisationen die Initiative kommende Woche vorstellen will.

Vor allem bei Pellet-Heizungen, die Häuser mit Wärme und Warmwasser versorgen, existierten sogenannte Partikelabscheider, die den Feinstaubausstoß um mehr als 80 Prozent senken könnten. Dies legen Messungen nahe, die Friedrich vorgenommen hat. Der frühere Beamte im Bundesumweltministerium fordert, das Problem schnell anzugehen. "Andernfalls werden wir schon bald einen Anstieg von typischen Atemwegserkrankungen sehen, die auf die hohen Feinstaub- und Rußkonzentrationen zurückgehen", sagt Friedrich.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Deutsche Umwelthilfe habe die Initiative gegen Holzöfen gemeinsam mit den Organisationen Nabu und BUND veröffentlichen wollen. Der Nabu teilte später mit, dass er einer solchen Initiative nicht angehöre. Wir haben das nachträglich korrigiert.