Unbekannte Bakterien Neue Technik entlarvt Sand-Mikroben

Mit einer neuen Methode haben US-Forscher bislang unbekannte, am Meeresstrand lebende Bakterienarten gefunden: Den Mikroorganismen wurde im Labor eine künstliche Heimat eingerichtet.


Sand-Mikroben
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Sand-Mikroben

Mehr als 99 Prozent aller Mikroorganismen sind Schätzungen zufolge noch nicht entdeckt ­ weil der Mensch sie nicht in der Kulturschale züchten kann. Jetzt haben Forscher der Northeastern University im amerikanischen Boston eine Technik erprobt, mit der sich unbekannte Arten aus dem Reich der Mikroben aufspüren lassen.

Der Trick besteht darin, die Bakterien samt ihrem kompletten Zuhause ins Labor zu holen. "Wenn wir die natürlichen Bedingungen nachstellen", sagt der beteiligte Mikrobiologe Slava Epstein, "dann werden die Bakterien niemals erfahren, dass sie umgezogen sind." Zwei neue Bakterienarten, die bisher unerkannt am Strand von Massachusetts gediehen, hat Epsteins Gruppe dank der neuen Methode bereits entdeckt.

Dazu schnitten die Forscher Sandblöcke aus dem Strand (60 Zentimeter lang, 30 Zentimeter breit und 15 Zentimeter tief) und verfrachteten sie in Aquarien. Auf dem Sand legten sie kleine Kammern an, die sie mit Meerwasser umspülten ­ tatsächlich wuchsen in der künstlichen Heimat Kolonien von Bakterien heran, die kein Forscher zuvor erblickt hatte.



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