Weltweite Schutzgebiete Unesco erkennt 20 neue Biosphärenreservate an

Das Siegel ist begehrt: Wenn die Unesco ein Gebiet zum Biosphärenreservat erklärt, profitieren Natur und Bewohner. Neu dazu gekommen sind nun erstmals Regionen in Lesotho, Libyen und Saudi-Arabien.
Neu auf der Liste der Unesco-Biosphärenreservate: Die saudi-arabischen Farasan-Inseln

Neu auf der Liste der Unesco-Biosphärenreservate: Die saudi-arabischen Farasan-Inseln

Foto: Eric Lafforgue/Art in All of Us / Corbis / Getty Images

Die Uno-Wissenschafts- und Kulturorganisation Unesco hat am Mittwoch 20 neue Biosphärenreservate in 21 Ländern anerkannt. Erstmalig nahm der zuständige Koordinationsrat bei seiner Sitzung in der nigerianischen Hauptstadt Abuja Gebiete in Lesotho, Libyen und Saudi-Arabien in die Liste auf. Weitere in diesem Jahr genehmigte Schutzgebiete befinden sich unter anderem in Kanada, Frankreich, Italien, Russland und Spanien.

  • In Lesotho wurde das laut Unesco auch als »Himmelskönigreich« bezeichnete Matseng-Reservat aufgenommen, das seltene Vögel beherbergt.

  • In Libyen wurde das Reservat Aschaafean aufgenommen, in dem es bedrohte Hyänen und Landschildkröten gibt.

  • Die saudi-arabischen Farasan-Inseln schließlich beherbergen seltene Gazellen sowie verschiedene Seevögel, Meeresbewohner und Reptilien.

  • Das ebenfalls anerkannte Mura-Drava-Donau-Reservat erstreckt sich gar über fünf Länder: Österreich, Kroatien, Ungarn, Serbien und Slowenien.

  • In der Karibik zählt nun ein Teil der Insel Martinique zu den geschützten Reservaten. Es schließt den Vulkan Mount Pelée und einen großen Küstenabschnitt mit ein.

  • In Kanada zählt die bergige Küstenregion am Howe Sound zu den geschützten Regionen. Die Gewässer galten lange als überfischt und ausgebeutet, doch seit 30 Jahren unternimmt Kanada große Anstrengungen, der Natur wieder Raum zu geben. Vor der Küste hat man Glasschwammriffe gefunden, die man für längst ausgestorben hielt.

Jedes Jahr werden neue Biosphärenreservate ausgewiesen, um die nachhaltige Entwicklung zu fördern und den Naturschutz zu unterstützen. Die Unesco definiert sie so : »Biosphärenreservate stehen für einen Paradigmenwechsel: Naturschutz mit und durch den Menschen. Sie bieten Rahmen für langfristige Nachhaltigkeitsprozesse und halten eine Landschaft somit ›lebensfähig‹. Sie sind ein Qualitätssiegel für Touristinnen und Touristen, sie stehen für neue Einkommens- und Beschäftigungschancen ebenso wie für Identität und Stolz auf eine Region in einem Weltnetz.«

Biosphärenreservate werden von den nationalen Regierungen nominiert. Mittlerweile gibt es 727 anerkannte Reservate in 131 Ländern, die insgesamt fast fünf Prozent der Erde abdecken.

In Deutschland sind 16 Gebiete als Biosphärenreservat anerkannt; sie umfassen ungefähr drei Prozent der deutschen Gesamtfläche. Sie reichen vom Berchtesgadener Land (840 Quadratkilometer, die nördlichen Kalkalpen) über die Pfälzerwald-Nordvogesen (3018 Quadratkilometer, dichte Wälder, Sandsteinformationen) bis zum Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer (4431 Quadratkilometer, Schlickwattsystem und die Halligen). Als Urlaubs- und Ausflugsziele sind diese Regionen oft sehr beliebt, nachhaltiger Tourismus ist daher als Wirtschaftsfaktor von zentraler Bedeutung.

Fünf Reservate in Gabun, Bulgarien, Rumänien und Russland wurden dieses Jahr übrigens von der Liste gestrichen. Sie erfüllten laut Unesco entweder nicht mehr die Kriterien oder die Regierungen hatten um die Streichung gebeten.

oka/AFP