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Weltnaturerbe: So schön, so gefährdet

Foto: David Silverman/ Getty Images

Unesco-Weltnaturerbe Umweltschützer bangen um Kronjuwelen der Erde

Weltnaturerbestätten wie das Great Barrier Reef sind äußergewöhnliche Oasen des Lebens. Doch ihr Schutz wird oft wirtschaftlichen Interessen untergeordnet - auch in Deutschland, klagen Umweltschützer.

Wichtige Teile des Weltnaturerbes sind nach einer Analyse  im Auftrag der Umweltschützer des WWF bedroht. Jede zweite der 229 Unesco-Stätten sei nicht ausreichend vor menschlichen Eingriffen geschützt, beklagt die Organisation. In den Gebieten oder deren Umgebung würden Bodenschätze, Öl und Gas gefördert sowie Häfen, Autobahnen oder Dämme gebaut. Meere würden überfischt, Bäume illegal abgeholzt.

Von Regierungen, Unternehmen und Finanziers fordert der WWF, schädliche Projekte zu unterlassen. Die Organisation sieht auch das Wattenmeer in Deutschland bedroht, weil Öl inmitten des Nationalparks gefördert werde. Die Umweltschützer beklagen das ständige Risiko eines Ölunfalls, zudem seien weitere Anträge für Explorationsbohrungen gestellt. Auch Schifffahrt und Fischerei stellten Gefahren dar.

Unesco sieht "so viel Engagement wie nie zuvor"

Zu den Weltnaturerbe-Stätten zählen nach Angaben der Unesco "überragende Naturerscheinungen", die außergewöhnliche Zeugnisse der Erdgeschichte und besonders bedeutend für den Artenschutz sind. "Diese einzigartigen Naturgebiete sind für die ganze Menschheit von genau so großer Bedeutung wie die Kulturgüter", so Günter Mitlacher vom WWF Deutschland.

Die Organisation dringt auf einen besonders strikten Schutz der Gebiete, die 0,5 Prozent der Erdoberfläche umfassten. Schließlich seien elf Millionen Menschen davon abhängig - in Form von Arbeitsplätzen und Wasser.

Besonders problematisch ist die Situation demnach in:

  • Zentral- und Südafrika, wo 71 Prozent der Unesco-Gebiete als bedroht eingestuft werden.
  • Süd- und Ostasien, der Pazifikregion, in Lateinamerika und der Karibik. Dort beurteilt der WWF mehr als die Hälfte der Stätten ebenfalls als gefährdet.

Die Unesco bemüht sich in einer Erklärung um Zweckoptimismus. An vielen Orten gebe es ein Umdenken: "Der WWF-Bericht wird in einer Zeit veröffentlicht, in der Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt ihre Anstrengungen gegen schädigende Ressourcenförderung ausweiten", so die Leiterin des Unesco Welterbezentrums, Mechtild Rössler. "2015 zeigten sie so viel Engagement wie nie zuvor."

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chs/dpa
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