Bericht zur Uno-Klimakonferenz Vergangene acht Jahre global offenbar die heißesten überhaupt

Jedes der vergangenen acht Jahre war wohl heißer als alle zuvor gemessenen. Das verkündet die Weltorganisation für Meteorologie zum Beginn der Klimakonferenz. »Unser Planet sendet ein Notsignal«, sagt Uno-Generalsekretär Guterres.
Hügel mit vertrocknetem Gras in Kalifornien im Mai vergangenen Jahres

Hügel mit vertrocknetem Gras in Kalifornien im Mai vergangenen Jahres

Foto: Justin Sullivan / Getty Images

Die Erhitzung der Erde wird immer deutlicher: Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat zum Auftakt der Uno-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich (COP27) einen Bericht veröffentlicht , demzufolge wohl jedes der vergangenen Jahre heißer gewesen sei als alle vorangegangenen seit Beginn der Aufzeichnungen. Und angesichts des Klimawandels sei es »nur eine Frage der Zeit«, bis noch heißere Jahre registriert würden, heißt es.

Die Angaben der WMO sind noch nicht endgültig, weil für das laufende Jahr nur vorläufige Temperaturdaten vorliegen. Demnach dürfte 2022 Rang fünf oder sechs der heißesten Jahre überhaupt belegen. Die endgültige Auswertung wird kommendes Jahr veröffentlicht.

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»Während die COP27 startet, sendet unser Planet ein Notsignal«, sagte Uno-Generalsekretär António Guterres. Der WMO-Bericht sei die »Chronik eines Klimachaos«.

Laut dem WMO-Bericht hat sich die Erde seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits um etwa 1,15 Grad erwärmt. Rund die Hälfte des Anstiegs habe sich in den vergangenen 30 Jahren vollzogen. Mit dieser drastischen Erwärmung hätten das Abschmelzen von Gletschern, der Anstieg des Meeresspiegels sowie Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitzewellen zugenommen.

Fluten in Pakistan, Dürre in Ostafrika, Hitzewellen in Europa und China

»Je stärker die Erwärmung, desto stärker die Auswirkungen«, fasste WMO-Chef Petteri Taalas zusammen. 2022 gab es weltweit folgenschwere Extremwetterereignisse. So wurde bei Hochwasser in Pakistan ein Drittel des Landes überflutet, acht Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. Ostafrika leidet hingegen nach der vierten schwachen Regensaison in Folge unter Dürren.

Aber »selbst gut vorbereitete Gesellschaften« hätten dieses Jahr stark unter den Folgen von Wetterextremen gelitten, hob Taalas hervor. So hätten große Teile Europas sowie Südchina Hitzewellen und Dürren erlebt. In Europa erreichte zudem das Abschmelzen der Alpengletscher 2022 einen neuen traurigen Rekord.

Meere besonders betroffen

In dem Bericht wird auch eine besonders starke Erwärmung der Oberflächen der Meere festgestellt, die mehr als 90 Prozent der Hitze absorbieren, die durch den Treibhausgasausstoß der Menschheit erzeugt wird. Diese Erwärmung nahm in den vergangenen 20 Jahren besonders stark zu, 2021 erreichte sie laut WMO einen neuen Rekord.

Hitzewellen in den Weltmeeren bedrohen unter anderem die Korallenriffe, die Lebensraum für zahlreiche Arten sind und von denen eine halbe Milliarde Menschen wirtschaftlich abhängig ist. 2022 war mehr als die Hälfte der Meeresoberflächen von mindestens einer Hitzewelle betroffen, wie der WMO-Bericht aufführt.

Der Anstieg des Meeresspiegels habe sich infolge des Abschmelzens der Eisflächen und Gletscher in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt, hieß es weiter. Diese Entwicklung bedrohe Dutzende Millionen Menschen in niedrig gelegenen Küstengebieten.

kko/AFP
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