Größer als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen Vier Länder gründen riesiges Meeresschutzgebiet im Ostpazifik

Ecuador, Kolumbien, Costa Rica und Panama haben sich auf die Einrichtung einer mehr als 500.000 Quadratkilometer großen Schutzzone für Schildkröten, Wale und Haie geeinigt. Das Gebiet umfasst auch die Galapagosinseln.
Das neue Schutzgebiet im Ostpazifik soll Meeresschildkröten und andere Tiere vor der Fischerei abschirmen.

Das neue Schutzgebiet im Ostpazifik soll Meeresschildkröten und andere Tiere vor der Fischerei abschirmen.

Foto: Luiz Felipe V. Puntel / Shutterstock

Im Osten des Pazifischen Ozeans, vor der Küste der Länder Ecuador, Kolumbien, Costa Rica und Panama, soll eines der größten und artenreichsten Meeresschutzgebiete der Welt entstehen.

Das gaben die Präsidenten der vier beteiligten Staaten auf dem Uno-Klimagipfel in Glasgow bekannt. Die neue Schutzzone soll bereits bestehende geschützte Areale verbinden und den Gesamtbereich deutlich erweitern. Es würde die Galapagos-Inseln, die zu Ecuador gehören, mit der kolumbianischen Insel Malpelo und den Cocos- und Coiba-Inseln in den Gewässern von Costa Rica und Panama verbinden. Diese Inseln sind die Heimat von Hunderten Meerestier- und Vogelarten.

Auch Hammerhaie leben in dem Gebiet, das nun zur Schutzzone werden soll

Auch Hammerhaie leben in dem Gebiet, das nun zur Schutzzone werden soll

Foto: Jorge Silva / REUTERS

Insgesamt soll sich das Meeresschutzgebiet über eine Fläche von mehr als 500.000 Quadratkilometern erstrecken – ein Gebiet, das größer ist als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. So entstehe ein Korridor im Ozean, über den sich Schildkröten, Wale, Thunfische, Rochen, Tintenfische, Hammerhaie und andere Arten ungestört bewegen können. Industrieller Fischfang soll in der Schutzzone künftig verboten sein.

Man habe schon »viele Reden über den Klimawandel gehört«

»Wir werden Ökosysteme wie die Galapagos- und die Cocos-Inseln schützen, die zu den wertvollsten Ökosystemen der Welt gehören«, sagte Costa Ricas Präsident Carlos Alvarado Quesada.

Der kolumbianische Präsident Iván Duque teilte mit, das neue Schutzgebiet sei das größte dieser Art in der westlichen Hemisphäre.

Panamas Staatschef Laurentino Cortizo sagte, es seien »viele Reden über den Klimawandel gehört« worden. Und gleichzeitig gebe es »viele Zusagen, die nicht eingehalten werden«. Das neue Schutzgebiet vor der Küste Lateinamerikas sei »eine starke Maßnahme, und das ist es, was unser Land und die Welt brauchen«.

»Eine konkrete Aktion, die über alle Worte hinausgeht, die wir hier sagen können.«

Guillermo Lasso, Präsident von Ecuador

»So wie alle Staats- und Regierungschefs hier zu Taten statt Worten aufgerufen haben, glaube ich, dass dies eine konkrete Aktion im Namen Ecuadors ist, die über alle Worte hinausgeht, die wir hier sagen können«, sagte Ecuadors Präsident Guillermo Lasso der britischen Zeitung »The Guardian «.

Die Bemühungen um die Schaffung eines Schutzkorridors im östlichen Pazifik hatten bereits 2004 begonnen, als Panama, Kolumbien, Costa Rica und Ecuador eine erste Erklärung unterzeichneten, die ihre Inselgebiete im Pazifik schützen sollte. Die Initiative der vier Staaten trägt den Namen »Eastern Tropical Pacific Marine Corridor« (CMAR), also »Meereskorridor im östlichen tropischen Pazifik«.

Derweil haben weitere Staaten am Dienstag in Glasgow erklärt, den Schutz ihrer nationalen Gewässer verstärken zu wollen. Der US-Klimabeauftragte John Kerry kündigte an, dass die Vereinigten Staaten als 15. Land eine entsprechende Erklärung unterzeichnen würden, die unter anderem von Indonesien, Japan, Kenia, Chile und Norwegen unterstützt wird.

Alle Artikel zum Uno-Klimagipfel

Anfang November trifft sich die Staatengemeinschaft im schottischen Glasgow zur 26. Uno-Klimakonferenz, der COP26. Auf dem zweiwöchigen Treffen geht es darum, die Ziele der Länder zu erhöhen und gemeinsame Regeln für den Kampf gegen die Klimakrise zu definieren. Lesen Sie hier alle Artikel zum Gipfel.

Nach Ansicht verschiedener Umweltschutzorganisationen gehen die Zusagen der Staaten jedoch nicht weit genug, um die fortschreitende Zerstörung der Ozeane aufzuhalten. Die Erklärung zum Schutz der Meere enthalte zum Beispiel keine Angaben dazu, dass die massiven staatlichen Subventionen der industriellen Fischerei eingestellt werden sollen.

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Der Schutz der Ozeane ist auch als eines der 17 Uno-Nachhaltigkeitsziele festgelegt. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten bis Ende 2020 zehn Prozent der weltweiten Meeresfläche geschützt werden. Derzeit stehen etwa sieben Prozent der Weltmeere unter Schutz.

vki/AP/Reuters