Urteil in Spitzelaffäre Greenpeace siegt gegen Atomkonzern

Ein Pariser Gericht hat den weltgrößten Atomkraftanbieter verurteilt: Das französische Unternehmen EDF ließ 2006 einen Greenpeace-Aktivisten bespitzeln. Nun muss die Firma Schadensersatz in Millionenhöhe zahlen.
Greenpeace-Protest in Berlin: Französischer Atomenergiekonzern ließ Aktivisten bespitzeln

Greenpeace-Protest in Berlin: Französischer Atomenergiekonzern ließ Aktivisten bespitzeln

Foto: Soeren Stache/ dpa

Ein Pariser Gericht hat den französischen Energieriesen EDF zu 1,5 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt: Um rechtzeitig über Aktionen der Anti-Atomkraftbewegung Bescheid zu wissen, hatte das Unternehmen eine Sicherheitsfirma damit beauftragt, die Umweltorganisation Greenpeace zu bespitzeln.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass EDF im Jahr 2006 die Sicherheitsfirma darauf angesetzt hatte, in den Computer des Greenpeace-Kampagnenchefs Yannick Jadot einzudringen.

Der Chef der Sicherheitsfirma, ein Ex-Geheimdienstler, hatte sich in einem Interview zu der Tat bekannt und EDF als seinen Auftraggeber genannt. EDF hatte bereits nach Einleitung des Ermittlungsverfahrens zwei leitende Mitarbeiter suspendiert, die für die Sicherheit der Atomkraftwerke zuständig waren.

Greenpeace hatte einen Schadensersatz von 8,3 Millionen Euro gefordert. Das Gericht folgte dem TV-Sender BFM zufolge jedoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

jha/dpa
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