Fossilienfund in Sibirien Forscher wollen Zellen eines Urzeitfohlens klonen

Russische Wissenschaftler haben in dem Fossil eines Fohlens Blut- und Urinreste gefunden - nun wollen sie versuchen, Zellen des 30.000 bis 40.000 Jahre alten Pferdes zu klonen.

Das im Permafrostboden Sibiriens gefundene Fohlen (Archivbild)
DPA/ Michil Yakovlev/ North-Eastern Federal University

Das im Permafrostboden Sibiriens gefundene Fohlen (Archivbild)


"Wir können jetzt schon feststellen, dass das Blut des Fohlens fast identisch ist mit dem moderner Hauspferde", erklärte Semjon Grigorjew von der Universität Jakutsk im äußersten Osten Russlands. Bei einer Autopsie hatten die Forscher einem Pferdefossil, das bereits im vergangenen Jahr aus dem sibirischen Permafrostboden gegraben worden war, Blut- und Urinproben entnommen.

Man habe bereits zuvor bei einem Mammutfossil Blutreste entdeckt. Doch die Proben des Fohlens seien wesentlich älter und im besten Zustand. "Das ist bei so alten Funden extrem selten und wirklich eine Sensation", sagte Grigorjew. Das Team der Universität will nun die gut erhaltenen Organe und das Gewebe weiter analysieren und so neue Erkenntnisse über den einstigen Gesundheitszustand und die Lebensverhältnisse des Tieres bekommen. Die Universität Jakutsk ist international für ihre Mammutforschung bekannt.

Bewohner der Region hatten das Tier 2018 in dem etwa 100 Meter tiefen Batagaika-Krater in der nordostsibirischen Taiga ausfindig gemacht. Durch die Erderwärmung schmilzt der Permafrost in Teilen Russlands und gibt immer wieder gut erhaltene Fossilien, vor allem von Mammuts, frei.

Haare, Mähne, Schwanz - alles erhalten

Die Experten schätzen, dass das 98 Zentimeter große Fohlen 30.000 bis 40.000 Jahre alt sei. Zum Todeszeitpunkt sei es rund zwei Wochen alt gewesen und wahrscheinlich im Schlamm ertrunken. Der Permafrost habe das Fohlen perfekt konserviert. Haare, Mähne, Haut, Hufe und Schwanz seien noch erhalten.

Die Wissenschaftler erklärten, es gebe bereits Versuche, dem Fohlen Zellen zu entnehmen, die zum Klonen geeignet sein könnten. Gemeinsam mit Kollegen aus Südkorea arbeite man an dem gemeinsamen Projekt. Auch bei einem 2013 in Ostsibirien gefundenen, ausgestorbenen Mammut hofften die Klonforscher auf Grundlage des gefundenen Gewebes auf derartige Experimente.

cbu/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
the_tetrarch 20.04.2019
1. Hoffentlich...
... gelingt endlich das Klonen prähistorischer Tierarten. Wenn man schon das unfassbare Glück hat, verwertbare DNA zu gewinnen, sollte man es unbedingt versuchen.
cindy2009 20.04.2019
2. @,#1
Was versprechen Sie sich davon? Ein Tier, das isoliert ohne natürliche Umgebung nur zur Forschung aufwachsen soll!
geotie1 20.04.2019
3.
Zitat von cindy2009Was versprechen Sie sich davon? Ein Tier, das isoliert ohne natürliche Umgebung nur zur Forschung aufwachsen soll!
Naja, man kann sehr viel daraus lernen wie man ausgestorbene Tiere und Pflanzenwiederbelebt werden können. Erst machen wir unsere Welt kaputt, mit dem Gedanken im Hinterstübchen, das alles später wieder beleben zu können. Ist das nicht phantastisch? Wer Ironie ....
Sissy.Voss 21.04.2019
4. Unfug
Zitat von the_tetrarch... gelingt endlich das Klonen prähistorischer Tierarten. Wenn man schon das unfassbare Glück hat, verwertbare DNA zu gewinnen, sollte man es unbedingt versuchen.
Wie Cindy schon sagte, sind solche Bemühungen keine Forschung sondern einfach Unfug. Bei einem Pferd aus dem Sibirien vor 40.000 Jahren ist das vielleicht nicht so augenfällig, weil es heute noch wild lebende Pferde gibt unter denen es aufwachsen und deren Sozialverhalten erlernen könnte. D e r e n Sozialverhalten. Wem würden Sie wohl einen geklonten Triceratops zugesellen? Kühen? Vom berühmten Jurassic T-Rex wollen wir gar nicht reden. Wenn das Pferd jemals einen Menschen gesehen hätte, dann wären es in dieser Region Denisovaner oder ihre Nachkommen gewesen. Für genetische Untersuchungen ist das gefundene Fohlen ausreichend, da braucht es keine kein Klonen.
mhwse 21.04.2019
5. .. man könnte ja auch wieder Autos aus den 1970ern bauen.
da gäbe es sogar noch Pläne - aber schon beim Bau von Raketen/zugehörigen Computern aus den 1960ern - hat der Mensch - obwohl Mensch gemacht - schon erhebliche Probleme. Also es ist kurz gesagt - zu teuer, zu kompliziert - und schließlich will es keiner, außer als Beweis: "ja es ist machbar". (wissenschaftlich ist es - ein Copy/Paste - jetzt im Grunde auch für Menschen verfügbar - um Menschen zu kopieren - ist verboten - aber nach allem Ermessen durchaus möglich ..) Besser ist es da, eine Urzelle zu erforschen - also den Vorgang zu erforschen, wie aus einer Lebenssuppe dann das erste Lebewesen zellularer Automat (mit Membran, Organellen, Kern, etc.) entsteht. Die genetische Information eines vor 40000 Jahren gestorbenen Tieres ist mit der heutiger Pferde vermutlich, bis auf ein paar gentechnisch (also per Zuchtwahl - der Mensch betreibt schon lange Gentechnik - wird halt nicht so genannt - ist aber ggf. immer gefährlich ..) leicht beeinflusste Stellen identisch. (ggf. wurden da nur die Parameter wie stark die Enzyme wirken, geändert - gar nicht die Pläne für die Enzyme selber ..) Da haben also durch Antibiotika gentechnisch beeinflusste (resistente) Bakterien - vermutlich schon mehr zu bieten - echte Änderungen an den Enzymen - oder sogar komplette Neuentwicklungen. (Braucht man nur Proben aus dem nächsten Gülle Fahrzeug zu nehmen - ist halt weniger spektakulär.) Ein Jurassic Park ist nicht nur unerschwinglich teuer - ohne Tricks wird er nicht auskommen (also natürlich fortpflanzen würden sich solche Tiere vermutlich nie..) Das ist wie einen Elektromotor mit elektronischer Steuerung, in einen alten Käfer einzubauen .. (fährt, sieht alt aus - er ist es aber eben bis auf die Karosserie nicht .. hat keinen Benzintank mehr + neue/moderne Bremsbeläge wären z.B. auch nötig ..) .. und es gelingt noch nicht mal noch lebende Vaquitas zu klonen und damit zu retten .. (da hätte man dann sogar noch Ziehmütter ..) - als nächstes sind die einheimischen Vögel/Insekten mit Aussterben dran (auch Vögel und Insekten lassen sich kaum klonen..die Eier haben eine Schutzschicht - die darf nicht beschädigt werden. Die meisten Pflanzen kann sogar ein Laie klonen/bzw. die Pflanzen stellen schon fertige Klone bereit .. da ist das Klonen "normale" Fortpflanzung.)
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