US-Gerichtsurteil Kein Persönlichkeitsrecht für Menschenaffen

Sie kämpften für die Persönlichkeitsrechte von Schimpansen. Doch jetzt hat ein US-Gericht die Klage von Tierschützern abgewiesen, die Menschen und Menschenaffen rechtlich gleichstellen wollten.

Nah verwandt, aber rechtlich nicht gleichgestellt: Schimpansen
AFP

Nah verwandt, aber rechtlich nicht gleichgestellt: Schimpansen


New York - Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten. Und doch sperren wir sie ein. Um das zu ändern, reichten Tierschützer der Gruppe Nonhuman Rights Project Klage vor einem US-Gericht ein. Ihr Ziel: Persönlichkeitsrechte für Schimpansen. Sie wollten damit erreichen, dass die Primaten zumindest teilweise rechtlich dem Menschen gleichgestellt werden. Doch ihre Klage wurde jetzt abgewiesen.

Das Gericht begründete seine Ablehnung damit, dass ein Schimpanse keine "Person" gemäß des sogenannten Habeas Corpus sei. So hieß es am Donnerstag in einer schriftlichen Urteilsbegründung des Gerichts in Albany im Bundesstaat New York.

Der Begriff Habeas Corpus ("Du habest den Körper") wurde im Mittelalter in Haftbefehlen verwendet. In der englischen Habeas-Corpus-Akte wurde 1679 festgehalten, dass jede Verhaftung eines englischen Untertanen begründet und von einem Richter geprüft werden muss.

Dieses Prinzip ist auch in der US-Verfassung enthalten. Um darunterzufallen, müssten Schimpansen aus Sicht des Gerichts fähig sein, rechtliche Verantwortung und gesellschaftliche Pflichten zu übernehmen.

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Menschenaffen: Wie du und ich
Tierschützer der Gruppe Nonhuman Rights Project hatten mit ihrer Klage unter anderem erwirken wollen, dass ein Schimpanse namens Tommy freigelassen wird. Dieser wird aus ihrer Sicht unrechtmäßig in der Stadt Gloversville festgehalten.

Mit dem Rechtsstatus von Affen hatte sich zuletzt auch die US-Copyright-Behörde beschäftigt. Dabei ging es um die Frage, wem ein Foto gehört, das von einem Affen geknipst worden war. Ein britischer Fotograf hatte eine Serie von Affenfotos veröffentlicht, die entstanden, indem ein Schopfmakake den Auslöser drückte. Das Affen-Selfie sorgte für Furore - und Wikipedia übernahm es ohne Erlaubnis des Fotografen. Die US-Copyright-Behörde lehnt Urheberrechtsansprüche jedoch ab, wenn ein Werk nicht vom einem Menschen kreiert wurde.

khü/dpa



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