Ein Viertel der US-Landfläche gefährdet Forscher warnen vor »Extremhitzegürtel« – mit rund 52 Grad Celsius

Im kommenden Jahr dürften etwa acht Millionen Menschen in den USA von extremen Temperaturen betroffen sein – 2053 bereits 13-mal so viele. Vor allem auf Staaten im Landesinneren kommen viele Hitzetage zu.
Vertrocknete Maispflanzen in Austin, Texas (Bild vom 11. Juli): In Regionen fernab der Küsten wird es besonders heiß

Vertrocknete Maispflanzen in Austin, Texas (Bild vom 11. Juli): In Regionen fernab der Küsten wird es besonders heiß

Foto: Jordan Vonderhaar / Bloomberg / Getty Images

Gefühlte 52 Grad Celsius – oder sogar noch mehr. Davor haben Forscherinnen und Forscher in den USA gewarnt: Die Nichtregierungsorganisation First Street Foundation legte eine Studie  vor, wonach im Jahr 2053 mehr als hundert Millionen Menschen in den USA in Gebieten leben könnten, in denen an mindestens einem Tag im Jahr solche Temperaturen erreicht werden – einem »Extremhitzegürtel«.

Im kommenden Jahr dürften demnach 8,1 Millionen Menschen in entsprechenden Gebieten leben. 30 Jahre später könnte die Zahl auf 107 Millionen Menschen steigen und sich damit verdreizehnfachen – das werde ein Viertel der US-Landfläche betreffen, heißt es in einer Mitteilung.

Die von der First Street Foundation als »Extremhitzegürtel« bezeichnete Region erstreckt sich vom Norden des Bundesstaates Texas und Louisiana über Illinois und Indiana bis nach Wisconsin. Es handelt sich um Regionen fernab der Küsten, wo das Meer für ausgeglichenere Temperaturen sorgt.

»Wir müssen uns auf das Unvermeidliche vorbereiten«

Die Bezeichnung Extremhitzegürtel orientiert sich an der höchsten Hitzekategorie des nationalen Wetterdienstes der USA, der bei gefühlten Temperaturen von mehr als 125 Grad Fahrenheit von »extremer Gefahr« spricht – das entspricht 51,7 Grad Celsius. Die gefühlte Temperatur entspricht der Temperatur, wie sie vom menschlichen Körper empfunden wird, und berücksichtigt neben der eigentlichen Lufttemperatur auch die Luftfeuchtigkeit.

»Wir müssen uns auf das Unvermeidliche vorbereiten, nämlich dass ein Viertel des Landes bald in den Extreme Heat Belt mit Temperaturen von über 125 Grad Fahrenheit fallen wird, und die Folgen werden katastrophal sein«, sagte Matthew Eby, Gründer und CEO der First Street Foundation einer Mitteilung zufolge.

Für ihr Modell werteten die Forscher unter anderem Satellitendaten zu Lufttemperaturen und Temperaturen der Erdoberfläche zwischen 2014 und 2020 aus. Dazu bezogen sie Faktoren wie die Höhe einer Gegend, die Absorption von Wasser, die Distanz zu einer Wasserfläche und zu einer Küste ein und arbeiteten dann mit Prognosen des Weltklimarats IPCC zur klimatischen Entwicklung der kommenden Jahrzehnte.

ani/AFP
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