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Frühling in Deutschland: Übersicht über Blütezeiten der Pflanzen

Foto: Bernd Wüstneck/ dpa

Frühlingswetter Deutschland, ein Blütentraum

Selten blühten Pflanzen so früh wie in diesem Jahr, viele brachen gar Rekorde. Zu verdanken ist die Pracht einem der wärmsten Frühlingsanfänge seit Beginn der Aufzeichnungen. Eine Übersicht über die florierenden Überraschungen.

Hamburg - Der Raps steht in voller Pracht, drei Wochen eher als üblich. Auch Äpfelbäume und sogar Flieder blühen schon. Das Land erlebt einen besonderen Frühling.

Ursache ist das Wetter: Im Januar lagen die Temperaturen fast auf März-Niveau, im Februar war es so warm, wie man es Ende März erwarten würde, der März erreichte fast April-Niveau, der April fast das vom Mai, berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD). "Die Temperaturen verfrühten sich also etwa um einen Monat", sagt Christoph Hartmann vom DWD.

Der April fiel um zweieinhalb Grad milder aus als sonst in den Jahren 1981 bis 2010; es war der viertwärmste April seit Beginn der Messungen 1881. Zudem schien häufiger die Sonne.

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"Den meisten Sonnenschein erlebte im April die Ostseeküste mit bis zu 215 Stunden, den wenigsten das Sauerland mit örtlich nur 110 Stunden", berichtet der DWD. Seit Jahresanfang schien die Sonne landesweit bereits 481 Stunden, also etwa vier Stunden pro Tag. Vergangenes Jahr zeigte sie sich bis Ende April lediglich 311 Stunden.

Die Folgen des schönen Wetters wurden bereits im Januar sichtbar, als Haselbäume in weiten Teilen des Landes anfingen zu blühen - drei Wochen früher als üblich. Es folgten Anfang Februar die Schneeglöckchen. Beide Pflanzen gelten als Anzeiger des Vorfrühlings, der je nach Region dieses Jahr ein bis drei Wochen früher begann als sonst.

Die milde Witterung ging weiter - und mit ihr die verfrühte Blüte. Der sogenannte Erstfrühling setzte zwei Wochen eher ein als normalerweise. Er beginnt mit dem Aufgehen der Forsythie, die dieses Jahr im Rheinland bereits Anfang März ihre gelbe Pracht zeigte. "Und die Erlenblüte, die im Mittel am 12. März erwartet wird, hatte mit 22 Tagen die größte Verfrühung", erläutert Hartmann.

Der Vollfrühling startet mit der Apfelblüte. Er geht eigentlich von Mai bis in den Juni. Dies Jahr aber zeigte sich die Apfelblüte entlang des Rheingrabens bereits in den ersten Apriltagen. Und selbst im Nordosten, in Bayern und im Erzgebirge blühen Apfelbäume bereits.

Mancherorts hat phänologisch , also dem Erscheinen der Pflanzen zufolge, bereits der Frühsommer begonnen; er wird üblicherweise im Bundesdurchschnitt Anfang Juni mit Beginn der Blüte des Schwarzen Holunders eingeleitet, der auch Flieder genannt wird. Die Sträucher blühen aber bereits seit Mitte April im Südwesten und mittlerweile auch im Westen und in Südniedersachsen.

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Die Pflanzen wären ihrer Zeit dieses Jahr noch weiter voraus, wenn ihr Gedeihen nur von der Temperatur abhinge, erläutert Hartmann: Aber ihr Wachstum wird auch von Feuchte, Helligkeits- und Sonnenscheindauer bestimmt - und die halten sich dieses Jahr in etwa im normalen Rahmen.

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