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Brasilien Großangriff der Spinnen

Bei dem Anblick kann einem mulmig werden: Abertausende Spinnen haben über einem brasilianischen Ort den Luftraum erobert, ein Video zeigt die Invasion der Achtbeiner. Spinnenexperten mutmaßen, welche Art für das Spektakel verantwortlich ist.

Sprichwörtlich soll es ja bisweilen Katzen und Hunde regnen. Aber Spinnen? In Brasilien scheint das durchaus zu passieren - und zwar nicht nur im übertragenen Sinne.

Ein 20-jähriger hat kürzlich gefilmt, wie eine gigantische Menge Spinnen über einen Ort herzufallen scheint. Santo Antônio da Platina liegt rund 400 Kilometer westlich von São Paulo im Süden Brasilien.

Für Arachnophobiker ist der Anblick sicher eine harte Prüfung: Tausende der Krabbeltiere sind dort unterwegs. Zwischen Strommasten, Bäumen und Häusern haben sie den Luftraum erobert.

Spinnenexperten ordnen das Ereignis jedoch als nicht ungewöhnlich ein. Schließlich gibt es diverse Spinnenarten, die in Kolonien leben. Und die können eben sehr, sehr viele Tiere umfassen. Aufnahmen ähnlicher , wenn vielleicht auch nicht ganz so großer Spinnenkolonien finden sich denn auch schnell.

Schnell gebaut, schnell verlassen

Weder regnen die Spinnen herab, noch sind sie plötzlich flugfähig geworden. Doch die feinen Fäden, an denen sie entlangklettern, sind auf dem Video nicht zu erkennen. Mit dem Einsatz unzähliger Spinndrüsen kann eine Kolonie in kürzester Zeit ein gigantisches Netz - oder mehrere verbundene Netze - weben. Die Insekten, die sich in den Fäden verfangen, werden zügig verspeist. Oft geben die Spinnen die Struktur recht schnell wieder auf, bevor Vögel die Spinnen als Beute anvisieren. Sie ziehen sich dann in die Sicherheit des Laubwerks zurück, bevor sie den nächsten großen Netzangriff starten.

In einem ersten Bericht auf der brasilianischen Nachrichtenseite G1  vermutete eine Expertin, dass es sich um die Art Anelosimus eximius handle. Sie ist unter Spinnenforschern bekannt, ihr Kolonieleben gut dokumentiert.

Mehrere Wissenschaftler widersprechen bei wired.com  jedoch dieser ersten Vermutung. Dem Bericht zufolge ist es wahrscheinlich, dass es sich um eine Ansammlung von Parawixia bistriata handelt. Ohne entsprechende Nahaufnahmen lässt sich das jedoch nicht abschließend klären.

wbr
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