Vier Jahre nach Tsunami Korallenbänke vor Indonesien erholen sich

Der verheerende Tsunami im Dezember 2004 hat auch die Korallenriffs im Indischen Ozean schwer beschädigt. Vier Jahre danach beginnen sie sich zu erholen, wie Forscher jetzt vor der Küste Indonesiens festgestellt haben.

Es war eine Flutwelle, die Hunderttausende Menschen das Leben kostete. Als am 26. Dezember 2004 der Meeresboden im Indischen Ozean bebte, nahm jedoch auch die Natur in der Region großen Schaden zugefügt. Besonders schwer getroffen wurden die Korallenriffe vor der Küste Indonesiens.

Doch es gibt gute Nachrichten: Wissenschaftler von der New Yorker Umweltschutzorganisation World Wildlife Conservation Society (WCS) berichten, dass sich die Riffs schnell wieder erholen. In den besonders vom Tsunami getroffenen Regionen habe man eine hohe Dichte sogenannter Baby-Korallen festgestellt.

Die Forscher hatten die 800 Kilometer lange Küste von Indonesiens Provinz Aceh an 60 Stellen untersucht. Die Erholung der Korallen geht demnach auch auf die Ansiedlung widerstandsfähiger Arten und auf die verstärkte Anwendung schonender Fischereimethoden zurück.

"Zum vierten Jahrestag des Tsunamis ist das eine gute Nachricht über das Ökosystem", sagte Stuart Campbell, bei der WCS zuständig für das Meeresleben Indonesiens. "Unsere wissenschaftlichen Beobachtungen dokumentieren ein schnelles Wachstum junger Korallen." Die neuen Einblicke in die Erholungsprozesse könnten auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen des Klimawandels hilfreich sein.

In den vergangenen 40 Jahren ist die Zahl der riffbildenden Korallen weltweit um die Hälfte gesunken. Als Ursachen gelten erhöhte Meerestemperaturen infolge des Klimawandels, Krankheitserreger und Abwässer in Küstennähe sowie die Zerstörung der Riffe durch Fischernetze und Anker.

Die 2005 in Indonesien begonnenen Untersuchungen hatten ergeben, dass viele Korallenriffe schon vor dem Tsunami durch das Fischen mit Sprengstoff oder giftigen Cyaniden beschädigt worden waren. Inzwischen setzen sich laut WCS in der Region jedoch immer mehr schonende Techniken des Fischfangs durch. Die Forscher berichten, Korallen seien zudem auch gezielt angesiedelt worden - mit Erfolg.

hda
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