Vogelgrippe China meldet infizierte Zugvögel

Nach der Entdeckung der Vogelgrippe unter Zugvögeln hat China am Sonntag Alarm geschlagen. Das Landwirtschaftsministerium in Peking rief landesweit zu Sofortmaßnahmen auf, um eine Ausbreitung zu verhindern.


Peking - Wissenschaftler hätten bestätigt, dass Zugvögel in einem Dorf im Kreis Gangcha in der Provinz Qinghai in Westchina an dem Vogelgrippe-Virus H5N1 verendet seien. Einige der Vögel stammten aus Südostasien, wo ein anderer Virusstamm gefunden worden sei, der tödlicher sei als das Virus, das bisher in China aufgetreten war. Es könne auch ein Gen für eine Übertragung auf Menschen enthalten, warnte das Ministerium nach Angaben der amtlichen Medien.

Die Veterinär-, Forst- und Landwirtschaftsbehörden im Land sollen Zugvögel beobachten, Vorbeugungs- und Quarantänemaßnahmen ergreifen. Naturreservate mit Zugvögeln sollen gesperrt und "der Kontakt mit Geflügel" verhindert werden. Auch wurde zu Desinfektionen aufgerufen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Geflügel auf Farmen in der Nähe von Zugvögelrouten müsse geimpft werden. In der betroffenen Provinz Qinghai seien Quarantänemaßnahmen ergriffen und Vogelgebiete gesperrt worden. Nach amtlichen Angaben gibt es aber keine Berichte, dass sich das Virus auf Menschen oder Geflügel übertragen habe.

Es ist das erste Mal seit knapp einem Jahr, dass in China wieder das Vogelgrippevirus entdeckt worden ist. Im vergangenen Frühjahr waren 16 Provinzen und Regionen betroffen. Seit 2003 ist das Virus H5N1 in acht Ländern aufgetreten. Mindestens 52 Menschen sind daran gestorben. Erst am Donnerstag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewarnt, dass das Virus durch Mutationen vermehrt in der Lage sein könnte, sogar von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Bislang gibt es dafür drei bestätigte Fälle. In den übrigen Fällen wurde der Krankheitserreger von Tieren auf Menschen übertragen.



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