Gefährliche Tierseuche Vogelgrippe breitet sich in Deutschland aus

An der deutschen Küste sind in den vergangenen Wochen Hunderte Wildvögel an der Vogelgrippe verendet. Fachleute warnen, das Virus könne Geflügelhaltungen gefährden. Für den Menschen ist es harmlos.
Hinweisschild: Rastende Wasservögel tragen das Virus weiter

Hinweisschild: Rastende Wasservögel tragen das Virus weiter

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

In Deutschland breitet sich die Vogelgrippe, auch bekannt als Geflügelpest, aus. Laut einer Mitteilung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit vom 18. November werden dem Institut seit Ende Oktober täglich Fälle gemeldet.

Die Funde stammen überwiegend von der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste und der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern. Vereinzelte Nachweise gibt es auch aus Hamburg, Brandenburg, Niedersachsen und Bayern.

Laut einem Bericht des schleswig-holsteinischen Landesministeriums für Umwelt und Landwirtschaft vom Freitag wurden allein in der Wattenmeer-Region in den vergangenen Wochen mehr als 8000 verendete Wildvögel gefunden. An den Küsten grassiert das Virus unter den Hunderttausenden dort rastenden Zugvögeln.

Ranger versuchten derzeit, möglichst viele an der Tierseuche verendete Vögel zu bergen, um weitere Ansteckungen zu verhindern, berichtet die »Süddeutsche Zeitung« .

Seuche gefährdet Geflügelbestände

Geflügelpest ist hochansteckend. Einige Vogelarten bedienen sich am Aas verstorbener Vögel, so etwa Kolkraben, Seeadler oder Silber- und Mantelmöwen, und infizieren sich dabei.

Laut der Umweltschutzorganisation WWF sind vor allem Nonnengänse und Pfeifenten von der Seuche betroffen, aber auch Seeadler oder Wanderfalken. Die gegenseitige Ansteckung bei den Nonnengänsen und Pfeifenten werde wahrscheinlich dadurch erleichtert, dass sie sich in großen Trupps eng beieinander aufhalten.

Für den Menschen stellt die Geflügelpest keine Gefahr dar. Laut FLI gibt es keinen Hinweis darauf, dass das Virus das Potenzial hat, auf den Menschen überzuspringen. Die Fachleute befürchten allerdings, dass die Suche vermehrt auch in der Geflügelhaltung auftreten könnte.

»Das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in deutsche Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen wird als hoch eingestuft«, schreibt das Institut. »Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.« In einigen Regionen gilt bereits eine Stallpflicht.

Bereits mehrere Geflügelbetriebe in Deutschland waren in dieser Saison von Vogelgrippe betroffen, laut der Nachrichtenagentur AFP darunter ein Putenbetrieb mit mehr als 16.000 Tieren und ein Betrieb mit mehr als 50.000 Legehennen. Breite sich die Vogelpest in Nutztierbeständen aus, müssen die Tiere gekeult werden.

Keine Gefahr für den Menschen

Auch das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Frankreich (Korsika), Dänemark und Irland haben laut FLI Fälle in Wildvögeln und Ausbrüche in Nutzgeflügelbeständen gemeldet. Am Freitag wurden zudem Fälle in Belgien bekannt.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete vergangene Woche, dass auf der französischen Insel Korsika Hunderte Hennen getötet wurden, in Dänemark ordneten die Behörden demnach die Schlachtung von mehr als 25.000 Tieren an. Auch in den Niederlanden mussten bereits Hunderttausende getötet werden. Dänemark setzte den Export von Eiern außerhalb der EU aus.

jme
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.