Schwerin H5N8-Erreger bei Huhn nachgewiesen

Der Vogelgrippe-Erreger H5N8 ist nach wie vor in Deutschland aktiv. Jetzt hat es in Mecklenburg-Vorpommern einen weiteren Fall gegeben.

Hühner in Flintbek (Schleswig-Holstein): Nach dem Auftreten der Vogelgrippe in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Dezember vorsorglich eine Stallpflicht verhängt
DPA

Hühner in Flintbek (Schleswig-Holstein): Nach dem Auftreten der Vogelgrippe in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Dezember vorsorglich eine Stallpflicht verhängt


Schwerin/Rostock - In Schwerin gibt es einen weiteren Vogelgrippe-Fall mit dem hoch ansteckenden Erreger H5N8. Das Virus wurde bei einem toten Haushuhn aus dem Bestand eines Hobbyhalters in Anklam nachgewiesen, sagte ein Amtstierarzt am Mittwoch.

Das tote Huhn sei am Freitag gefunden worden. Es kommt nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald aus einem Bestand von etwa 50 Tieren eines privaten Geflügelhalters, der Enten, Hühner und Gänse hat. Der gesamte Bestand werde getötet. Der Landkreis bereite derzeit die nötigen Seuchenschutzmaßnahmen vor, sagte eine Sprecherin.

Rostocker Zoo wieder geöffnet

Bei den toten Schwänen, die am Wochenende im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft entdeckt wurden, sei das H5N8-Virus dagegen nicht entdeckt worden, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag in Rostock. In seinem Bundesland gäbe es zurzeit keine weiteren Hinweise auf die Vogelgrippe.

Zunächst war in der zweiten Januarwoche im Rostocker Zoo ein Weißstorch an der Vogelgrippe gestorben. Insgesamt verlor der Zoo 60 Vögel, darunter alle Ibisse, Störche sowie alle Nacht- und Seidenreiher. Bei den Flamingos seien Antikörper gegen das Virus festgestellt worden, sie hätten die Infektion schadlos überstanden. Der Zoo ist wieder geöffnet.

Unklar ist, ob das Virus über Wildvögel oder den Futter- und Geflügelhandel nach Europa gekommen ist. Zugvögel, die selbst offenbar nicht daran erkranken, könnten die Viren aus Korea über Russland nach Mitteleuropa gebracht und auf Nutztiere in Ställen übertragen haben. Erkrankungen von Menschen, die dem Subtyp H5N8 ausgesetzt waren, sind bisher nicht bekannt geworden.

Der in Südkorea schon länger bekannte Erreger tauchte Anfang November auf einem Putenhof in Mecklenburg-Vorpommern auf, bis zum Ende des Jahres dann in Niedersachsen und mehreren Ländern Europas.

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Mecklenburg-Vorpommern: Kampf gegen die Geflügelpest

nik/dpa

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