Neuer Vogelgrippe-Typ Landkreis löst Katastrophenalarm aus

Die Vogelgrippe-Variante H5N5 breitet sich in Schleswig-Holstein weiter aus. Ein Landkreis hat Katastrophenalarm ausgerufen. 34.000 Tiere müssen getötet werden.

Feuerwehrmänner reinigen in der Nähe von Steinburg (Schleswig-Holstein) ein Fahrzeug.
DPA

Feuerwehrmänner reinigen in der Nähe von Steinburg (Schleswig-Holstein) ein Fahrzeug.


Eine Zahl macht den Unterschied: Bisher war in Deutschland vor allem der Vogelgrippe-Typ H5N8 entdeckt worden. Doch seit einigen Tagen weisen Behörden vermehrt die Variante H5N5 nach.

Der aggressive Vogelgrippe-Typ breitet sich in Schleswig-Holstein aus. Der Landkreis Steinburg hat Katastrophenalarm ausgerufen, um kurzfristig zusätzliches Personal bei Polizei, Feuerwehr und weiteren Hilfskräften heranziehen zu können.

Erster Nachweis in europäischem Stall

H5N5 sei an zwei Standorten eines Putenmastbetriebs aufgetaucht, teilte das Kieler Landwirtschaftsministerium mit. 15.300 Tiere müssten deshalb getötet werden. Zuvor waren in zwei anderen Ställen der Firma bereits rund 18.400 Puten gekeult worden. Dort war H5N5 am Sonntag zuerst entdeckt worden.

Nach Behördenangaben handelt es sich um den ersten Nachweis einer H5N5-Infektion in europäischen Nutztierbeständen. Nach Einschätzung des zuständigen Friedrich-Löffler-Instituts ist es ein Mischvirus, das sich durch die Vermengung von H5N8-Vogelgrippeviren mit anderen H5-Stämmen bildete. Die Gefahrenlage hat sich dadurch aber aller Voraussicht nach nicht erhöht.

Im Dezember hatte es nach FLI-Daten erste H5N5-Befunde bei Wildvögeln in den Niederlanden, Montenegro, Kroatien und Albanien gegeben. Auch bei einer verendeten Nonnengans in Brunsbüttel wurde das Virus nachgewiesen.

Für Vögel tödlich

Mutationen von H5N8 zu H5N5 traten nach Angaben der Experten auch schon bei früheren Ausbrüchen auf. Beide Varianten sind für Vögel tödlich, Ansteckungen bei Menschen sind aber noch nie gemeldet worden. Vogelgrippeviren existieren wie andere Influenza-Erreger in verschiedenen Varianten, die unterschiedlich gefährlich sind.

Um die Ausbreitung der Seuche zu stoppen, werden auf amtliche Anordnung alle Tiere eines Bestands getötet, in denen die auch als Geflügelpest bezeichnete Krankheit ausbricht. Zudem versuchen Behörden und Tierhalter mit Stallpflichten und Biosicherheitsmaßnahmen wie Desinfektionsschleusen zu verhindern, dass die Erreger in weitere Ställe eindringen.

sep/dpa/AFP



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