H5N8-Erreger Vogelgrippe auf Hof in Vorpommern bestätigt

Nun ist die gefährliche Geflügelpest bereits in zwei deutschen Geflügelbetrieben aufgetreten. Der Bundeslandwirtschaftsminister hat einen Krisenstab einberufen.

Gesperrter Bauernhof bei Lübeck
DPA

Gesperrter Bauernhof bei Lübeck


Der Verdacht auf das hochansteckende H5N8-Virus auf einem Nutztierhof im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat sich bestätigt. Das teilte das Agrarministerium in Schwerin am Samstag mit. Am Freitag waren auf dem privaten Hühnerhof in Mesekenhagen 31 Tiere tot aufgefunden worden, 26 weitere wurden wegen des Verdachts auf Vogelgrippe vorsorglich getötet.

Es ist bereits der zweite Fall, in dem das unter Wild-Wasservögeln grassierende Virus in Deutschland auf Hausgeflügel übersprang. Schon am Freitag hatte sich der Verdacht auf Geflügelpest in einem Putenbetrieb in Schleswig-Holstein bestätigt. Auf dem Hof bei Lübeck waren 18 Puten verendet. Alle weiteren fast hundert Tiere wurden getötet.

Wegen der Ausbreitung der Geflügelpest hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Samstagmorgen einen Krisenstab einberufen. Es bedürfe "schneller, effizienter Koordination und Entscheidungen", erklärte der Minister.

Stallpflicht angeordnet

Im Zentralen Krisenstab Tierseuchen sind Experten von Bund und Ländern sowie Staatssekretäre versammelt. Sie sollen Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung der Vogelgrippe bündeln und alles tun, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wie Minister Schmidt mitteilte.

Brandenburg und Bremen sowie bayerische Landkreise hatten bereits am Freitag vorsorglich Stallpflichten für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet, ebenso weitere Landkreise in Niedersachsen.

Im Nachbarland Österreich bestätigte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur APA der Verdacht eines H5N8-Ausbruchs in einem Geflügelbetrieb in Vorarlberg am Ufer des Bodensees, dessen gesamter Bestand sollte gekeult werden. Außerdem gab es in der Region einen weiteren Verdachtsfall in einem zweiten Geflügelbestand.

Auf der deutschen Seite des Bodensees breitete sich der gefährliche Erreger unterdessen nach Bayern aus. Das bayerische Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigte den Befall mit Geflügelpest bei zwei Reiherenten, die im Landkreis Lindau tot aufgefunden worden waren.

H5N8 nicht auf Menschen übertragbar

Vogelgrippe wird von verschiedenen Subtypen des Influenza-A-Virus ausgelöst. Experten sprechen nur bei gefährlichen Varianten wie H5N8 von Geflügelpest. Diese können in Geflügelbetrieben verheerend wüten. H5N8 befiel bereits 2014 viele Betriebe in Europa.

Bestimmte Vogelgrippestämme können auch bei Menschen zu schweren Erkrankungen führen - vor allem der gefürchtete Subtyp H5N1, dem schon mehr als 400 Menschen erlagen, aber auch der Typ H7N9. H5N8 gehört nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht dazu.

hda/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.