Vogelspinnen Ausstellung zeigt farbenprächtige Killer

Spinnen können Faszination und Ekel zugleich auslösen. Eine Ausstellung in Frankfurt zeigt jetzt einige der größten Achtbeiner: Vogelspinnen-Arten aus Asien, Afrika und Amerika, darunter auch die legendäre Schwarze Witwe. Die geschickten Jäger beeindrucken vor allem mit ihrer Farbenvielfalt.


Ihre Jagdtechnik ist raffiniert: Geduldig warten Vogelspinnen in ihrem Versteck, bis ein Beutetier auftaucht. Dann schlagen die sogenannten Lauerjäger zu. Über ihre Klauen injizieren sie Gift, das für den Menschen nicht tödlich ist, aber Insekten und kleinere Wirbeltiere lähmt.

Die Senckenberg-Gesellschaft zeigt nun in Frankfurt am Main mehr als 30 Vogelspinnenarten aus Asien, Afrika und Amerika sowie mehrere Skorpione und vier Arten der selten gezeigten Schwarzen Witwe. In 40 Terrarien können Besucher die Tiere aus nächster Nähe beobachten.

Peter Jäger beschäftigt sich als Senckenberg-Arachnologe schon lange mit den Achtbeinern. Ihn faszinieren Farben und Formen der unterschiedlichen Spinnenarten, besonders bei den bunt gefärbten Vogelspinnen. "Die Verschiedenartige Vogelspinne, Avicularia versicolor, ist als Jungtier blau-metallisch gefärbt und wird im Laufe ihrer Entwicklung rot-grün. Daher auch der wissenschaftliche und deutsche Name", sagt Jäger.

Die Achtbeiner verfügen zwar über acht Augen, doch sehen können sie trotzdem nur schlecht. Sie müssen sich beim Lauern auf Beute daher auf andere Sinnesorgane verlassen: Ein summendes Insekt orten sie mit ihren Hörhaaren, die sich an allen acht Beinen befinden. Sie können auf diese Weise sogar die Entfernung zu ihrer Beute abschätzen. Mit den Riechhaaren analysieren die Spinnen die chemische Zusammensetzung der Umgebung. Zum Kopfüber-Klettern nutzen sie die Hafthaare unter den Fußgliedern, die mehr als das eigene Körpergewicht halten können.

Als Star der Lebendschau gilt die Goliath-Vogelspinne Theraphosa blondi aus dem Amazonasgebiet, deren Weibchen bis zu 30 Zentimeter groß werden können. Sie sei die größte Vogelspinne der Welt, teilte die Senckenberg-Gesellschaft mit. Die kleinste ausgestellte Spinne ist die Schwarze Witwe Latrodectus mactans, deren Biss auch für den Menschen lebensbedrohlich werden kann. Gezeigt werden auch einige Skorpione, darunter der schwarzglänzende Kaiserskorpion Pandinus imperator. Er gehört ebenfalls zu den Spinnentieren, sein Gift ist aber für den Menschen ungefährlich.


Ausstellung "Faszination Spinnen" (bis zum 3. Juni 2012)
Senckenberg Naturmuseum Frankfurt am Main

hda



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.