Vor G20-Gipfel China und USA ratifizieren Pariser Klimaabkommen

Historische Entscheidung: China wird sich dem Klimaschutzabkommen der Uno anschließen, genauso wie die USA. Zusammen sind sie für 40 Prozent des globalen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes verantwortlich.
Straßenbild in Yangzhou

Straßenbild in Yangzhou

Foto: CHINA DAILY/ REUTERS

Kurz vor dem Start des G20-Gipfels haben China und die USA das Uno-Klimaschutzabkommen angenommen. Das Parlament der Volksrepublik stimmte für die Ratifizierung der Vereinbarung, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Wenig später zog auch die USA nach. Die Präsidenten der beiden größten Wirtschaftsmächte, Barack Obama und Xi Jinping, übergaben dem Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Samstag die Dokumente für einen formellen Beitritt zum Abkommen.

Der Pariser Vertrag soll die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius begrenzen und auf lange Sicht den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen einläuten. China ist der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen. Die Volksrepublik ist für rund 25 Prozent des globalen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes verantwortlich, auf dem zweiten Platz folgen die USA mit rund 15 Prozent. US-Präsident Obama konnte das Abkommen ohne Zustimmung des Kongresses in Kraft setzen.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger - dem 1997 geschlossenen Kyoto-Protokoll - ist das Abkommen von Paris rechtlich nicht bindend. Vielmehr bleibt es jeder Nation weitgehend selbst überlassen, ihre Zusagen einzuhalten. Der Vertrag tritt in Kraft, wenn ihn mindestens 55 Staaten ratifiziert haben, die für 55 Prozent der weltweiten Emissionen stehen (weitere Details zu der Vereinbarung finden Sie hier).

China und USA sollen Druck ausüben

Bisher haben nur 23 der 175 Unterzeichnerstaaten das Abkommen ratifiziert. Dazu gehören zahlreiche Inselstaaten, die durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sind. Diese produzieren selbst jedoch nur einen winzigen Anteil des weltweiten Treibhausgasausstoßes. Deutschland hat das Abkommen bislang nicht ratifiziert.

Li Shuo von der Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, es sei an der Zeit, dass das Klimaschutzabkommen "von einer Vereinbarung zur Aktion wird". Xi und Obama sollten die Gelegenheit ergreifen, "die 20 wohlhabendsten Nationen der Welt anzuführen, indem sie sich dem Pariser Abkommen anschließen und darauf aufbauen". Sie sollten Druck auf die übrigen G20-Mitglieder ausüben, die Vereinbarung ebenfalls zu ratifizieren.

Am 4. September beginnt der G20-Gipfel in der chinesischen Provinzhauptstadt Hangzhou.

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