Eisbohrkerne Warmzeit startete in der Antarktis

Vor 11.000 Jahren ging die letzte Eiszeit zu Ende. Analysen von Eisbohrkernen zeigen nun: Die Erwärmung begann in der Antarktis - und sprang auf die Nordhalbkugel über.

Antarktis: Tauwetter seit 22.000 Jahren
Corbis

Antarktis: Tauwetter seit 22.000 Jahren


Die letzte Warmzeit begann in der Antarktis Tausende Jahre früher als bisher bekannt. Bohrkernanalysen deuten darauf hin, dass die Eisschmelze auf dem Kontinent keine Reaktion auf die Erwärmung der Nordhalbkugel war, sondern vor 22.000 Jahren parallel dazu startete.

Bisher glaubten Wissenschaftler, dass das Ende der letzten Eiszeit auf der Nordhalbkugel vor knapp 20.000 Jahren begann. Analysen von Eisbohrkernen aus der östlichen Antarktis, die im Vergleich zur westlichen Seite höher liegt und kälter ist, belegen einen Temperaturanstieg in dieser Region erst vor etwa 18.000 Jahren. Demnach hätte die Erwärmung der Nordhalbkugel eine Reaktionskette gestartet, in deren Verlauf dann Jahrtausende später auch die Temperatur auf der Südhalbkugel stieg.

Mehr Sonnenlicht erreichte die Antarktis

Eisbohrkerne des internationalen Projektes West Antarctica Ice Sheet (WAIS) Divide widerlegten dies, berichten Forscher in der aktuellen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature". Die Analyse von Eisbohrkernen zeige, dass zumindest dieser Teil der Antarktis wohl schon vor 22.000 Jahren wärmer wurde.

Vermutlich habe vermehrte Sonneneinstrahlung die Antarktis erreicht. Die Stellung der Erde zur Sonne habe sich verändert, so dass die Strahlung vor 22.000 bis vor 18.000 Jahren auf 65 Grad südlicher Breite um ein Prozent zugenommen habe. Gleichzeitig habe sich die Dauer der Sommer verlängert.

"Das zunehmende Sonnenlicht verringerte die Eismenge im Südlichen Ozean und erwärmte die Westantarktis", sagt der Paläoklimatologe Edward Brook von der Oregon State University. Böden tauten auf, setzten Gase frei. "Der folgende CO2-Anstieg ließ den Prozess dann auf globaler Ebene eskalieren." Eine Kettenreaktion kam in Gang, die Warmzeit begann.

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Rhythmen des Klimas: Schwankende Erde

boj/dpa



insgesamt 61 Beiträge
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tdmdft 15.08.2013
1. Da wird am Dogma gerütteln..und dann relativiert
Was lernen wir: es gab schon immer Klimaänderungen. CO2 ist - wenn überhaupt - nur ein Säkundäreffekt. Da der Hauptenergiespender die Sonne ist, werden Sonnenzyklen, die Stellung der Erdachse relative zu Sonnenellipse und die Form der Erdumlaufbahn einen massgebliche einfluss auf das Klima haben. Der folgende CO2-Anstieg ließ den Prozess..." . Aha, erst Klimawandel, dann CO2 anstieg.. aber zum Schluss noch die Kurve bekommen, um nicht aus dem Glaubensbekenntnis zu fallen. Da könnte schlecht für die Reputation und zukünfige Forschungsgelder sein. Also schnell eine CO2 Kettenreaktion postuliert. Gut, das gab es schon mal vor 500.000 Jahren. Da stieg die Temperatur auch erst an und dann zeitlich versetzt der CO2 Gehalt der Erde. Was ist jetzt Ursache und was ist Wirkung fragt sich der Naturwissenschaftler?
nurmeinsenf 15.08.2013
2. Verrückte Vorstellung
Die Welt, die uns so vertraut ist, gibt es geologisch quasi erst seit gestern. Alle nennenswerte menschliche Zivilisation seit Anbeginn paßt in dieses winzige Zeitfenster.
johnnybongounddie5goblins 15.08.2013
3. nicht schon wieder
"Der folgende CO2-Anstieg ließ den Prozess dann auf globaler Ebene eskalieren." Ach so. Aber leider geht bei solchen Zyklen die Erwärmung immer voran. Da wird Ursache und Wirkung verwechselt. Und zwar mit gewisser Absicht.
kilminster 15.08.2013
4. Gelernt?
Was lernen wir daraus? Da wird doch ganz schnell die eigene Wunschvorstellung (Erwärmung DARF einfach nix mit CO2 zu tun haben, weil ich das so will) als Fakt präsentiert und dann auch noch behauptet man hätte etwas gelernt. Ich denke eher, dass die Scheuklappen so fest sitzen wie eh und jeh.
bluebill 15.08.2013
5. Das böse CO2
war also nur eine Folge der Erwärmung? Und zwar lange bevor es Menschen, Autos, Elektrizität und Fabriken gab? Na sowas! Das hieße ja letztlich, wir Menschlein können uns anstrengen wie wir wollen, den Klimawandel können wir eh nicht aufhalten. Da nützen wohl keine Klimagipfel und keine Energiesparlampen.
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