Rauchschwaden über Sibirien Erneut große Waldbrände im Norden Russlands

Im zweiten Sommer in Folge brennt die Tundra in Sibirien. Die Waldbrände könnten sich abermals zu einem riesigen Flächenbrand ausweiten.
Aufnahmen der Brände vom August vergangenen Jahres rund 400 Kilometer nordöstlich der sibirischen Regionshauptstadt Krasnojarsk. Aktuelle Aufnahmen gibt es bisher noch nicht.

Aufnahmen der Brände vom August vergangenen Jahres rund 400 Kilometer nordöstlich der sibirischen Regionshauptstadt Krasnojarsk. Aktuelle Aufnahmen gibt es bisher noch nicht.

Foto: Donat Sorokin/ imago images / ITAR-TASS

Waldbrände in den nördlichsten Regionen der Erde sind keine Seltenheit - doch so häufig wie in den vergangenen Jahren brannte es in der Arktis selten. Kaum ist der arktische Sommer in Sichtweite, lodern Forschern zufolge wahrscheinlich schon wieder Wald- und Flächenbrände. Satellitenbilder deuten darauf hin, dass sich nach den schlimmen Bränden vom vergangenen Sommer erneut erste Feuer entzündet haben. Das teilten Wissenschaftler des Copernicus Atmosphere Monitoring Service (Cams) mit.

Die Feuer ereignen sich der Auswertung zufolge vor allem in Sibirien: "Dort brennen die Tundra und andere nicht eisbedeckte Flächen", so ein Sprecher von Cams. Ob es sich wirklich um große Flächenbrände handelt, müsse jedoch noch durch Messungen am Boden bestätigt werden.

In Russland kämpft die Feuerwehr bereits seit Wochen gegen Waldbrände. Mehr als 5600 seien landesweit bereits gemeldet worden, teilten die Behörden mit. Dabei seien auch schon mehr als 250 Gebäude zerstört worden.

Zweites Jahr in Folge

Zwar gibt es im hohen Norden der Erdhalbkugel immer wieder Brände in den Sommermonaten, sie fielen im vorigen Jahr aber deutlich größer als sonst. Die Luftverschmutzung nahm erheblich zu. Allein im Juli lagen die CO2-Emissionen in der Arktis mit geschätzt rund 50 Megatonnen doppelt so hoch wie in den entsprechenden Monaten der Vorjahre, ergaben Hochrechnungen. Das war in etwa die Menge an Kohlendioxid, die Schweden pro Jahr ausstößt.

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Vergangenen Sommer brannten die Wälder in Alaska, Kanada und Sibirien. Einige der Feuer gehörten zu den größten der Welt. Laut Cams waren einige der Herde etwa so groß wie 100.000 Fußballfelder. Auch Moore hätten gebrannt.

Die Brände haben in Russland massenweise Bäume vernichtet und etwa drei Millionen Hektar verkohltes Land hinterlassen, schätzt die Europäische Weltraumagentur Esa unter Berufung auf russische Quellen.

Die Feuer hängen den Forschern von Cams zufolge mit dem Klimawandel zusammen. "Bei wärmeren Bedingungen können Feuer leichter anwachsen und auch länger andauern, wenn sie einmal entfacht sind", sagte Cams-Wissenschaftler Mark Parrington in einer Auswertung vergangenen Juli.

sug/dpa-AFX