Weltweite Bilanz Waldbrände werden kleiner

Forscher haben globale Daten über Waldbrände ausgewertet: Die von Bränden betroffenen Gebiete sind demnach geschrumpft. Das Problem werde übertrieben.
Waldbrände in Kanada im Mai 2016

Waldbrände in Kanada im Mai 2016

Foto: RCMP ALBERTA/ AFP

Die jährlich weltweit von Feuern verbrannte Fläche ist kleiner geworden, berichten  Forscher im Wissenschaftsmagazin "Philosophical Transactions of the Royal Society B".

"Viele schätzen Wald- und Buschfeuer als zunehmendes Problem ein, aber quantitative Belege bestätigen die Befürchtung nicht", schreiben die Studienautoren Stefan Doerr und Cristina Santin von der Swansea University in Großbritannien. Die von der Naturgefahr betroffenen Gebiete seien sowohl über die vergangenen Jahrzehnte als auch über Jahrhunderte geschrumpft.

Auch die Anzahl der wilden Brände sei in den vergangenen Jahren rückläufig, nachdem von 1980 bis Mitte der Neunzigerjahre ein Anstieg zu verzeichnen gewesen sei, schreiben die Forscher.

Der Realität zum Trotz aber würde auch in der Wissenschaft fälschlich behauptet, Waldbrände würden schlimmer, schreiben Doerr und Santin. Manche Forscher würden mit der Behauptung sogar versuchen, die Bedeutung ihrer Arbeit zu untermauern.

Fotostrecke

Waldbrände in Kanada: Fort McMurray in Flammen

Foto: AP/ Digital Globe

Etwa vier Prozent des Festlands seien jährlich von Feuer betroffen, rund 40 Millionen Quadratkilometer. "Die große Mehrheit der Brände ist aber keine Bedrohung für Menschen", schreiben die Forscher. Medien schürten jedoch gerne den Eindruck von einer entfesselten Naturgefahr. Dabei forderten die Brände nicht mehr Opfer als früher - obwohl der Mensch immer weiter in die Natur vordringt.

Die Forscher vergleichen die Opferzahlen von Waldbränden mit denen bei anderen Naturereignissen: Feuer hätten seit 1901 knapp 4000 Menschen das Leben gekostet; Erdbeben 2,5 Millionen und Überschwemmungen sieben Millionen.

Doerr und Santin betonen den Nutzen der Busch- und Waldbrände für die Natur. Feuer gehören zum natürlichen Ablauf, Landschaften benötigen sie zur Erneuerung ihres Bestands, zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Düngung. Brände setzen Samen frei, reduzieren Schädlinge, ihre nährstoffreiche Asche fördert das Wachstum gesunder Pflanzen.

Gleichwohl warnen die Forscher vor künftigen Gefahren: Sowohl der Klimawandel als auch Änderungen der Landnutzung und Bevölkerungswachstum könnten in manchen Regionen die Waldbrandgefahr in Zukunft verstärken.

boj
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.