Japan Walfang in der Antarktis nur noch mit Genehmigung

Dämpfer für Japans Walfänger: Jedes Jahr erlegen sie Hunderte Meeressäuger - angeblich zu Forschungszwecken. Letztlich landeten viele auf den Tellern. Damit dürfte jetzt Schluss sein.
Kampf gegen den Walfang: Umweltgruppen bekommen Unterstützung von der IWC

Kampf gegen den Walfang: Umweltgruppen bekommen Unterstützung von der IWC

Foto: WILLIAM WEST/ AFP

Japans Walfangprogramm ist international seit Jahren umstritten. Jetzt hat die Internationale Walfangkommission  (IWC) beschlossen: Japan kann in Zukunft unter dem Stichwort "Wissenschaftlicher Walfang" nicht mehr so leicht Tiere erlegen wie bisher. Die IWC beschloss am Donnerstag im slowenischen Portoroz, Tokio müsse sein umstrittenes Fangprogramm zunächst den IWC-Wissenschaftlern vorlegen, die es auf seine Stichhaltigkeit prüfen. "Das ist ein großer Schritt nach vorn zur Einschränkung des Wissenschaftswalfangs", sagte der deutsche Delegationsleiter Walter Dübner nach der Abstimmung.

Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hatte vor einem halben Jahr das sogenannte wissenschaftliche Fangprogramm Japans als illegal bezeichnet. Die Vorwürfe: Die Forschungsergebnisse seien zu dürftig, zu viele Tiere würden getötet. Dennoch hatte die japanische Regierung vor wenigen Tagen angekündigt, dieses Programm wieder aufnehmen zu wollen. Kritiker werfen Tokio vor, unter diesem Deckmantel wieder den kommerziellen Walfang durch die Hintertür einzuführen. Die kommerzielle Waljagd ist seit fast 30 Jahren verboten.

Japan will neues Programm vorlegen

"Das Schlupfloch der Wissenschaft ist damit zwar nicht abgeschafft, aber es wurde stark eingegrenzt", kommentierte die Biologin Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Zwar sei der Beschluss rechtlich nicht bindend, beschrieb Dübner als Experte des Bundeslandwirtschaftsministeriums die Lage. Doch habe Tokio schon in Portoroz signalisiert, es werde sein neues Programm den Wissenschaftlern vorlegen.

Das Tribunal hatte Japan in seinem Urteil Ende März vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Forschung Wale zu kommerziellen Zwecken zu erlegen. Das IWC-Walfangmoratorium von 1986 sieht Ausnahmen beim Walfang für wissenschaftliche Zwecke vor. Japan hat die kommerzielle Waljagd in der Antarktis aufgegeben, erlegt aber jedes Jahr weiterhin hunderte Meeressäuger zu "Forschungszwecken". Es macht dabei kein Geheimnis daraus, dass das Walfleisch anschließend auf dem Teller landet.

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Japan: Walfang für Wissenschaft und Kultur

Foto: AFP PHOTO / GREENPEACE / JEREMY SUTTON-HIBBERT

Der japanische Delegationsleiter Joji Morishita sagte, sein Land werde bis Ende des Jahres dem wissenschaftlichen Komitee der IWC ein neues Forschungsprogramm für die Saison 2015/2016 vorlegen. Er betonte, Japan respektiere das Urteil des Internationalen Gerichtshofs. Er verwies darauf, dass das Gericht eine Reihe von Bedingungen gestellt habe für die Zulässigkeit der Tötung von Walen zu wissenschaftlichen Zwecken, darunter zu den Methoden, dem Umfang des Programms und dessen Ergebnissen.

Erst in der vergangenen Woche hatte Japan bekannt gegeben, in 2015 die Jagd auf Wale in der Antarktis wiederaufnehmen zu wollen - im Rahmen eines neuen Forschungsprogramms. Das geplante Projekt sehe aber nur die Jagd auf Zwergwale vor, sagte ein Sprecher des Fischereiministeriums in Tokio. Finn- und Buckelwale wurden von der Abschussliste gestrichen.

nik/dpa
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