Erstmals seit 31 Jahren Japan macht wieder Jagd auf Wale

Zum ersten Mal seit 31 Jahren sind in Japan wieder Schiffe ausgelaufen, um aus offiziell kommerziellen Gründen Jagd auf Wale zu machen. Auf der Abschussliste für dieses Jahr stehen insgesamt 227 Meeressäuger.

Walfangschiffe verlassen am 1. Juli den Hafen von Kushiro
Kazuhiro NOGI/ AFP

Walfangschiffe verlassen am 1. Juli den Hafen von Kushiro


Japan will bis zum Ende des Jahres 227 Wale töten. Das gab das Fischereiministerium am Montag bekannt - zum Auftakt des Beginns der ersten kommerziellen Jagd auf die Meeressäuger seit 31 Jahren. Insgesamt stehen demnach 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Sei-Wale auf der Abschussliste.

Am Tag zuvor war der Austritt Japans aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Kraft getreten. Grund war Japans Frust über das seit 1986 geltende Walfang-Moratorium. Im September 2018 war das Land in der IWC mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang gescheitert. Daraufhin kündigte es im Dezember seinen Rückzug aus der Kommission an. Die Entscheidung löste in mehreren Ländern und bei Aktivisten heftige Kritik aus.

Bei der Waljagd will sich Japan nun auf seine territorialen Gewässer beschränken. Die bisherige Jagd in der Antarktis - nach offizieller Darstellung zu "wissenschaftlichen Zwecken" - will das Land einstellen.

Japan jagt schon seit Jahrhunderten Wale. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Walfleisch eine wichtige Proteinquelle für die verarmte Bevölkerung. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Konsum von Walfleisch aber stark zurückgegangen.

aar/dpa

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