Podcast Cover

»Klimabericht«-Podcast Was passiert, wenn unser Klima »kippt«?

Wissenschaftler warnen vor einer nicht mehr kontrollierbaren Erderwärmung, wenn bestimmte »Kipppunkte« erreicht werden. Was ist da dran, und wie groß ist die Gefahr?

Unsere Erde ist ein ziemlich komplexes System. Werden einzelne Elemente darin erheblich verändert, kann das heftige und nicht absehbare Reaktionen zur Folge haben. Der Klimawandel verursacht solche Veränderungen und bringt die Natur aus dem Gleichgewicht. Eisschilde schmelzen, Wälder vertrocknen, Korallenriffe sterben – und doch: Bisher scheinen die Folgen für den Planeten noch verkraftbar. Allerdings ist nicht klar wie lange noch.

Einige Bestandteile des planetaren Klimasystems stehen schon jetzt vor einem kritischen Punkt. Wird dieser überschritten, könnte das eine Kettenreaktion zur Folge haben und die Erderwärmung in unkontrolliertem Maße beschleunigen. So entstehen sich selbst verstärkende Prozesse, die kaum mehr durch Gegenmaßnahmen rückgängig gemacht werden können. Wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, aus dem man eine Karte zieht, könnte unser Klima »kippen«, wenn sogenannte Kipppunkte überschritten werden.

Vor allem das Meereis ist durch die steigenden Temperaturen bedroht, und sein Zustand könnte solch einen kritischen Punkt schon bald erreichen. Als zentraler Teil unseres Klima- und Ökosystems sorgen die Eisflächen der Erde für die Eis-Albedo-Rückkopplung: Sonnenstrahlen werden dabei von Eis und Schnee zurück ins All reflektiert. Schmilzt das Eis durch die Klimaerwärmung, kann es die Strahlung nicht mehr reflektieren, und die Erde heizt sich immer weiter auf.

Podcast Klimabericht abonnieren

Sie können den Klimabericht in allen Podcast-Apps kostenlos hören und abonnieren. Klicken Sie dafür einfach auf den Link zu ihrer Lieblings-App:

Und abonnieren Sie dann den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Wenn Sie lieber eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie dort einfach nach »Klimabericht«. Den Link zum RSS-Feed finden Sie hier. 

Wann das Eis seinen Kipppunkt erreichen könnte, das berechnet der Klimaphysiker Torsten Albrecht vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam. Im Podcast sagt er, in nicht allzu ferner Zukunft könnten wir eine eisfreie Arktis erleben:

»Beim Meereis ist es so, dass wir etwa 40 Prozent der Fläche seit den Achtzigerjahren verloren haben. Man kann das sogar so herunterschrauben, dass man sagen kann: Für jede Tonne CO₂ verschwinden etwa drei Quadratmeter Meereis. Der IPCC hat das im letzten Sachstandsbericht so zusammengefasst, dass die Arktis spätestens im Jahre 2050 im Sommer eisfrei sein wird«, so Albrecht.

Klimakrise

Lesen Sie mehr über die neuesten Entwicklungen, Hintergründe und spannenden Lösungsansätze in unserem Themenspezial.

Alle Artikel

Das Abschmelzen der Polarkreise würde nicht nur die Klimaerwärmung verstärken. Torsten Albrecht zufolge wären die Konsequenzen vor allem für Küstenstädte fatal, wenn der Schutzschild Eis wegfällt; etwa wegen des Anstiegs des Meeresspiegels:

»Viele Millionenstädte liegen genau an den Küsten und können nicht so einfach mit Dämmen geschützt werden. Stürme, die in der Vergangenheit alle hundert Jahre stattgefunden haben, könnten in Zukunft dann jedes Jahr stattfinden. Also ein Jahrhundertereignis wird dann zunehmend zu einem Jahresereignis, so kann man das statistisch etwa abbilden.«

In dieser Folge von »Klimabericht«, unserem Podcast zur Klimakrise, stellen wir uns die Fragen: Wie könnte unser Klima kippen? Was sind die Folgen, und wo stehen wir schon heute? Unser Gast ist diesmal: der Klimaphysiker Torsten Albrecht vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam.

Podcast Cover

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, uns interessiert Ihre Meinung. Wie gefällt Ihnen dieser Podcast? Machen Sie mit bei unserer Umfrage, unter podcastumfrage.spiegel.de. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Teilnehmern.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.

Abonnieren bei

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.