Welt-Waldbericht Wälder von dreifacher Größe Deutschlands verschwunden

In 15 Jahren hat die Erde rund drei Prozent ihres grünen Kleides verloren. Der Welt-Waldbericht der Uno zeigt: Nur wer es sich leisten kann, forstet auf - so wie die meisten europäischen Länder. Der Amazonas-Regenwald schwindet weiter gewaltig, in der Karibik sogar schneller denn je.


Rom - Der blaue Planet verliert viel Grün: Zwischen 1990 und 2005 seien drei Prozent der Waldfläche der Erde verschwunden, eine Waldfläche von mehr als der dreifachen Größe Deutschlands. Das geht aus dem neuen Waldbericht der Welternährungsorganisation FAO, einer Unterorganisation der Uno, hervor.

Wald am Feldberg (Taunus): Auch deutscher Wald gefährdet
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Wald am Feldberg (Taunus): Auch deutscher Wald gefährdet

Etwa ein Drittel der Landfläche der Erde ist von Wäldern bedeckt, insgesamt im Moment knapp vier Milliarden Hektar. Den jährlichen Schwund hält der FAO-Forstexperte Wulf Killmann für inakzeptabel hoch. Dass in Nordamerika und den meisten europäischen Ländern inzwischen mehr Wald wächst als abgeholzt wird, ändert daran nichts.

Bereits im November hatten ein internationales Forscherteam die Ergebnisse einer Untersuchung in 50 Ländern vorgestellt: Der Wald kommt zurück - aber nur in den reichen Ländern, lautete ihr Ergebnis. Am stärksten, so fanden sie heraus, legt die Waldfläche in China und den USA zu (siehe Grafik). Allerdings fehlten in ihrer Untersuchung viele Staaten, die für ein globales Gesamtbild notwendig sind.

Internationale Studie (November 2006): In 22 von 50 untersuchten Ländern wuchs der Wald wieder - Forscher sprechen von einer "Wohlstandsschwelle"
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Internationale Studie (November 2006): In 22 von 50 untersuchten Ländern wuchs der Wald wieder - Forscher sprechen von einer "Wohlstandsschwelle"

Die Welternährungsorganisation stellt nun fest: Der Netto-Waldverlust im vergangenen Jahrzehnt habe sich lediglich auf sieben Millionen Hektar jährlich verlangsamt. Im Jahrzehnt zuvor seien es noch rund neun Millionen gewesen. Allerdings entspreche auch die aktuelle Nettorate des Waldverlusts immer noch rund 20.000 Hektar täglich - doppelt soviel wie die Fläche von Paris.

Schlimmste Rodung in Afrika, Lateinamerika und Karibik

"Es häufen sich die Belege, dass der Klimawandel die Wälder schwer wiegend in Mitleidenschaft ziehen wird", schreibt die FAO weiter. So bedrohten die starke Verbreitung von Feuer, Schädlingen und Krankheiten zunehmend die Gesundheit der Wälder.

Den schlimmsten Waldschwund beklagt die UN-Organisation in Afrika, Lateinamerika und der Karibik. Während in Europa die Waldfläche zunehme, sei die Entwicklung vor allem in den Tropenwäldern Afrikas und Lateinamerikas weiterhin alarmierend. Afrika etwa habe von 1990 bis 2005 rund neun Prozent seiner Wälder verloren. In Lateinamerika und der Karibik seien in dieser Zeit 64 Millionen Hektar Wald vernichtet worden - und der Verlust habe sich während der neunziger Jahre noch beschleunigt.

In den Tropenwäldern Südostasiens schwinden die Wälder ebenfalls mit wachsender Geschwindigkeit, allerdings gebe es auch erste Erfolge bei der Wiederaufforstung in China. Dort habe ein großes Pflanzprogramm die Abholzung in anderen Regionen aufwiegen können: In Ostasien sei die Waldfläche insgesamt gewachsen.

Herausforderung Nachhaltigkeit

Ökologen bezeichnen das gigantische Aufforstungsprogramm in Chinas Westen auch als größtes Umweltschutzprogramm, das gegenwärtig auf der Welt im Gange ist. Allerdings ist unter Experten umstritten, ob solcher Zuwachs auch die Folgen des Klimwandels lindern kann. Zwar enthält das Kyoto-Protokoll einen entsprechenden Passus zur Aufforstung. Doch Waldforscher weisen darauf hin, dass die Wirkung von Wäldern als CO2-Speicher und Luftkühler weithin überschätzt wird.

In Ländern mit positiver Waldbilanz zeigt sich indes, dass nicht bloß die reine Fläche für eine sorgenfreie Zukunft steht: Deutsche Waldexperten warnen vor der Anfälligkeit der heimischen Wäldern, Borkenkäferplagen könnten diesen übel zusetzen. Auf Dauer sind hier Fichtenmonokulturen zu riskant, auch wegen des Klimawandels. Besonders die Agrarlobby sträubt sich indessen kräftig gegen Maßnahmen zur Diversifizierung und gegen den Waldschutz: So ist der deutsche Wald von Wild, Bauern und immer häufigeren Feuern bedroht.

Die Welt stehe vor der zunehmend schwierigeren Aufgabe, eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und gleichberechtigtes Wirtschaftswachstum in Einklang zu bringen, erklärte die FAO.

Während seiner Reise durch den brasilianischen Regenwald mahnte Bundespräsident Horst Köhler, die Menschen in den Industrieländern müssten ihren Lebensstil ändern und begreifen, dass Produkte aus dem tropischen Wald ihren Preis haben. Man frage nicht, wie der billige Preis für Möbel zu Stande komme, kritisierte Köhler. "Wenn der tropische Regenwald kaputt geht, dann ist nicht nur Brasilien geschädigt, sondern die ganze Welt."

In Brasilien ist es besonders das Problem der Fleischtierhaltung, unter dem die Wälder leiden - und das gleich zweifach: Dort wird Weidefläche, vor allem für Rinder, wird dort in großem Stil gerodet. Vor allem aber brauchen die Großgrundbesitzer immer neue Felder, um Unmengen an Sojabohnen anzubauen. Dieses energiereiche Futter wird auf der ganzen Welt in der Masttierhaltung eingesetzt. Gewissermaßen ist es also die Gier nach billigem Fleisch in den reichen Ländern, die den südamerikanischen Regenwald auffrist.

stx/AP/dpa



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Herbert Schmitz, 14.11.2006
1.
- Weniger Auto fahren - Spritsparende Autos kaufen - Parteien wählen für die das Wort "Umweltschutz" mehr ist als nur ein Alibiwort - Haus/Wohnung dämmen - Weniger Heizen, effizientere Heizung kaufen - Weniger Wasser verbrauchen - Lokal erzeugt Produkte kaufen - Weniger und kürzere Strecken fliegen - Solaranlage auf das Dach - Öfter mal Bahn statt Auto - Fahrgemeinschaften bilden - Ökologisch und nachhaltig erzeugte Produkte kaufen - Weniger Strom verbrauchen (z.B. Standby) - Zu einem Ökostromanbieter wechseln - Ökologisch sinnvolle Reinigungsmittel verwenden - Pfandflaschen kaufen - keine Getränke in Dosen kaufen - Stromfresser im Haushalt identifizieren und beseitigen - usw.
frittes, 14.11.2006
2. Verantwortungsvolles Denken & Handeln ist JETZT angesagt ...
... denn in einer lebensfeindlichen - weil zerstörten - Natur ist das ganze zusammengeraffte Geld keinen einzigen Pfifferling mehr wert. Der Mensch - so wird er nicht müde, von sich selbst zu behaupten - ist (angeblich) mit Verstand "gesegnet". Wenn man aber seine zielstrebigen Bemühungen betrachtet, diese seine Welt aus lauter Geldgier spätestens für seine Urenkel nur mehr beschränkt bewohnbar zu machen (Endziel: unbewohnbarer Planet), dann darf ruhig an dieser seiner Behauptung ernsthaft gezweifelt werden. Die größte Umweltzerstörer-/-verschmutzer-Nation (auf der westlichen Halbkugel) bekommt jetzt ernstliche Konkurrenz von der Einwohner-stärksten Nation (auf der östlichen Hemisphäre): Diese beiden Länder tragen mit weitem Vorsprung zum derzeitigen "status quo" bei, bei dem absolut keine Rücksicht auf nachkommende Generationen genommen wird: Eine unbeschränkte, unstillbare und unbezähmbare Geldgier vernebelt den "gesunden Menschen"verstand (so vorhhanden) der Verantwortlichen und macht sie blind sogar für die Probleme ihrer eigenen Nachkommen - "Future happens NOW" ist das Motto der Verantwortlichen, und Geld, Geld, Geld verdienen ... auf Kosten eben dieser Umwelt, aller Spätfolgen zum Trotz. Was wollen wir also in Mittel-Europa ein paar Bäumchen pflanzen, wenn wir in unserer - halbwegs! - noch intakten Umwelt nicht einmal selbst bereit sind, ein paar Kilometerchen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück zu legen, wenn solche dem Geld unbedingt hörigen Politiker allen Ernstes Bio-Diesel mit dem vollen Mineralöl-Steuersatz belegen wollen (Verzeihung, meine verantwortlichen Damen und Herren Politiker in Berlin: Blöder geht's ja wohl wirklich nimmer!), wenn Technologie-Anwendungen für erneuerbare natürliche Energie-Erzeugung immer noch um Hausecken teurer kommen als die eingelaufenen Systeme aus fossilen Brennstoffen ... dann gehört wohl mehr dazu, als unsere schon beinahe zu-asphaltierte/zu-betonierte Heimat wieder mit ein paar Bäumen aufzuforsten. Leider ist der Zweck klar durchschaubar: Die Steuer auf fossile Brennstoffe schwemmt immer noch viel zu viel Geld in die Taschen der Politiker (auch privat, siehe G. Schröder), als dass konsequent auf den Ausstieg dieser Energieträger verzichtet werden will (man könnte es zwar sehr wohl ... aber das ist im Augenblick alles eine Frage des - momentanen - Geldes!) Wälder aufforsten: JA! Das kann aber nur ein winziger Anfang sein, das Problem schnellstens [b]richtig und gründlich[/] anzupacken!
Byrne 14.11.2006
3. Apfelbäumchen?
Das schöne an den Bäumen ist ja, dass die sich von selbst vermehren, wenn wir Menschen oder die Tiere (die bösen Rehe z.B.) die nur lassen;-) Anders sähe es aus, wenn große CO2-Emmitenten zum Ausgleich nicht nur ein Bäumchen Pflanzen, sondern ganze Wälder anlegen würden. Nur ist das gar nicht so einfach, wie sich das so mancher vorstellt. Und ob dies zu einem nennenswerten Rückgang des CO2 in der Luft führen würde, ist auch nicht so sicher.
Cespenar, 14.11.2006
4. Energie sparen
Das ein ausreichender Waldbestand als "grüne Lunge" unsere Klimasünden vollständig kompensiert ist natürlich Unsinn. Wälder können dennoch sehr viel leisten und sind zudem die Lebensgrundlage für unzählige Lebewesen. Um deren Lebensraum zu schützen ist es am besten darauf zu achten woher Holzprodukte (sei es Papier, die Inneneinrichtung oder eine Packung Streichhölzer) stammen Von "saufen für den Regenwald" halte ich nichts, das ist mehr Marketing als der Wille wirklich etwas zu verändern Am aller Effektivsten scheint mir immer noch das Energie sparen zu sein, und langfristig wären meiner Meinung nach nur die Solarenergie(sehr hoher Wirkungsgrad vorausgesetzt) und die Kernfusion wirkliche Problemlöser Wenn wir es bis dahin geschafft haben ohne die Umwelt nachhaltig zu schädigen haben wir gute Chancen noch etwas länger auf der Erde zu verweilen Wetten darauf würde ich allerdings nicht annehmen
Svega, 14.11.2006
5.
Die Frage muss heißen: Was KANN jeder einzelne tun? Fangen wir mal beim Auto an ....
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