Wüstensand "Godzilla"-Staubwolke aus der Sahara bewegt sich auf US-Küste zu

Winde haben außergewöhnlich große Mengen Saharastaub an die Küsten Amerikas getragen. Experten sprechen von der größten Wolke dieser Art seit 50 Jahren.
Satellitenaufnahme: Die Staubwolke hat die Karibik bereits erreicht

Satellitenaufnahme: Die Staubwolke hat die Karibik bereits erreicht

Foto: NOAA/ AP

Eine dichte Wolke aus Saharasand hat die Karibik erreicht und bewegt sich nun weiter Richtung US-Küste, meldet der US-Wetterdienst. Gemessen an ihrer Größe und der Konzentration an Staub, ist es die größte Wolke dieser Art seit einem halben Jahrhundert. Das Phänomen ist deshalb unter dem Namen "Godzilla"-Wolke bekannt.

Wegen der Staubpartikel hat die Luftqualität in einigen Regionen der Karibik bereits Werte erreicht, ab denen Experten von einer möglichen Gefährdung für die Gesundheit ausgehen. Menschen in den betroffenen Regionen sind aufgefordert, drinnen zu bleiben und Luftfilter zu verwenden, wenn sie welche haben.

Mit neun Millionen Quadratkilometern ist die Sahara die größte Trockenwüste der Erde - und die größte Staubquelle auf unserem Planeten. Jedes Jahr wehen von dort um die 500 Millionen Tonnen in verschiedene Erdteile, teils Tausende Kilometer weit, auch nach Deutschland.

San Juan: Die Sichtweite am Flughafen lag beii unter acht Kilometern

San Juan: Die Sichtweite am Flughafen lag beii unter acht Kilometern

Foto: Ricardo Arduengo/ AFP

Dass sich zu dieser Jahreszeit solche Staubwolken über der Sahara bilden, die durch Winde weiter gen Westen getragen werden, ist also normal. Die extrem trockene und staubige Luft bewegt sich vom späten Frühjahr bis zum Herbst etwa alle drei bis fünf Tage über den Nordatlantik, berichtet die US-Klimabehörde.

Der Staubtransport über den Atlantik spielt für Ökosysteme eine wichtige Rolle. Beispielsweise düngen Sandstürme aus der Sahara in der Amazonasregion den Regenwald. In der Karibik stammt fast die gesamte obere Erdschicht aus Afrika. Während der Sommermonate bewegen sich die Saharawolken Richtung Karibik, im Winter in die Amazonasregion.

Diesmal ist die Staubwolke jedoch außergewöhnlich groß. Satellitenaufnahmen der Nasa zeigen, wie sich die Wolke seit Mitte Juni ausgebreitet hat. Zwischenzeitlich erstreckte sie sich über mehr als 3200 Kilometer von der Westküste Afrikas bis an den Rand der Kleinen Antillen im westlichen Nordatlantik.

Die Sichtweite lag am Flughafen von San Juan, der Hauptstadt Puerto Ricos, bei gerade mal acht Kilometern. "Das ist das bedeutendste Ereignis in den vergangenen 50 Jahren", sagte Umweltwissenschaftler Pablo Méndez Lázaro von der Universität in Puerto Rico. Mittlerweile bewegt sich die Wolke auf die Südostküste der USA zu.

koe/AP
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