Süddeutschland An Silvester droht Extremnebel und Feinstaubalarm

Eine besondere Wetterlage könnte Silvester in Süddeutschland schädliche Folgen haben: Nach dem Feuerwerk droht extreme Feinstaubbelastung.
Feuerwerk in Kassel

Feuerwerk in Kassel

Foto: AndreasWeber/ Getty Images/iStockphoto

Im Süden und in der Mitte Deutschlands könnte Silvester dieses Mal unangenehme Folgen haben. Die Wetterlage dürfte dort dafür sorgen, dass Feuerwerk kaum zu sehen sein und gleichzeitig für besonders schlechte Luft sorgen dürfte.

Meteorologen sagen für den Süden und die Mitte des Landes extremen Nebel vorher, der vielerorts die Sicht auf bunte Raketen verdecken wird. Die Sichtweite werde in vielen Regionen unter fünf Metern liegen. Feuerwerksrauch dürfte die Sichtbedingungen noch verschlechtern, vor allem in Stadtzentren.

Windstille im Süden drohe schädliche Folgen für die Gesundheit zu haben. Hohe Feinstaubmengen, die aufgrund von Feuerwerk in der Silvesternacht vor allem in Großstädten zu erwarten sind, können ohne Wind nicht abziehen.

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Hohe Konzentrationen an feinen Partikeln werden sich unter den vorhergesagten Wetterbedingungen in der Luft anreichern. Sie dringen in Nasennebenhöhlen, kleinste Stäube sogar in Bronchien und Lungenbläschen, manche gelangen ins Blut. Feinstaub kann zahlreichen Studien zufolge Erkrankungen der Atemwege und von Herz, Lunge und Kreislauf auslösen; besonders gefährlich ist er für Asthmatiker.

Asthmatiker sollten in diesen Gegenden die Wohnung zuvor durchlüften und Fenster später geschlossen lassen.

Weil im Süden auch in den folgenden Tagen kaum Wind erwartet wird, könnte die Feinstaubmenge tagelang erheblich erhöht sein, warnen Meteorologen.

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In Norddeutschland hingegen sei mit kräftigem Wind zu rechnen, der den Feinstaub rasch verteilt.

Messungen zeigen, dass in Innenstädten in der Stunde nach Mitternacht Extremwerte von mehr als 1000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft erreicht werden können. Als Grenzwert in der EU gilt ein Tagesdurchschnittswert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, er darf laut Vorschrift nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

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In deutschen Innenstädten wird laut UBA an manchen Silvestertagen der Tagesgrenzwert deutlich übertroffen: Im Zentrum von München seien am 1. Januar 2017 im Durchschnitt mehr als 500 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen worden.

Am 1. Januar 2013 hingegen wurden wegen windigen Wetters die Tagesgrenzwerte trotz normalen Silvesterfeuerwerks an den meisten Orten in Deutschland nicht überschritten.

Feinstaubmessungen zu Silvester am Stadtrand von Langen (Hessen) von 23 Uhr bis 2 Uhr

Feinstaubmessungen zu Silvester am Stadtrand von Langen (Hessen) von 23 Uhr bis 2 Uhr

Foto: Umweltbundesamt

Der Silvester-Feinstaub ist nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich stark begrenzt: Außerhalb der Innenstädte fallen die Werte ab, in Stadtnähe sind sie üblicherweise nur leicht erhöht, auf dem Land wird kaum Silvester-Feinstaub gemessen.

Jährlich würden an Silvester in Deutschland fast 5000 Tonnen Feinstaub der Größe PM10 beim Abbrennen von Feuerwerk freigesetzt, schreibt das Umweltbundesamt. In Deutschland setzen Tätigkeiten des Menschen insgesamt rund 220.000 Tonnen PM10-Feinstaub pro Jahr frei. Der Anteil des Silvesterfeinstaubs beträgt also nur rund zwei Prozent.

Foto: SPIEGEL ONLINE

Die Temperaturen erreichen Silvester voraussichtlich Höchstwerte zwischen drei und zehn Grad. Für die Silvesternacht erwarten Meteorologen in Norddeutschland Nieselregen - auch er lindert dort die Feinstaubbelastung.

boj