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01. September 2016, 19:04 Uhr

Wetterphänomen

Warum Hamburg gelb wurde

Was war Sonntag in Hamburg los? Die Luft über der Stadt glühte schwefelgelb und schließlich knallig rosa. Jetzt erklären Meteorologen das seltene Phänomen.

Enorme Gewitter sind am Sonntagnachmittag über Hamburg gezogen. Hunderte Blitze donnerten auf die Stadt, heftiger Regen prasselte. Doch als es vorbei war, ging die Wettershow erst richtig los.

Der Himmel über der Stadt färbte sich schwefelgelb; bald wirkte es, als ob in den Wolken Feuer loderte. Danach färbte sich das Firmament knallrosa. Jetzt erklären Meteorologen das Phänomen.

Zwei Zutaten machten Hamburg gelb: die untergehende Sonne im Zusammenspiel mit einer schief liegenden Wolkendecke.

Die Sonne stand nur noch knapp über dem Horizont, ihr Untergang stand bevor, als das Schauspiel seinen Lauf nahm.

Eine regelrechte Wolkenrampe war der Auslöser: Westwind trieb die Wolken von der Nordsee gen Hamburg - doch kurz vor der Stadt trafen sie auf eine stabile Luftmasse, auf der sie empor glitten wie auf einer Rampe.

Westlich der Stadt habe eine geneigte Wolkendecke am Himmel gestanden, berichtet Ingo Lange vom Meteorologischen Institut der Universität Hamburg. Die seltene Konstellation habe das Sonnenlicht auf besondere Weise zur Erde gelenkt.

Die Sonnenstrahlung sei von hinten in die schiefe Wolkenwand eingedrungen. Im Gewölk wurde das Licht aufgrund der angewinkelten Stellung der Wolken zur Erde reflektiert: Wie ein riesiger Lampenschirm aus Milchglas streute die schief stehende Wolkendecke das Licht Richtung Erde.

Weil es bereits Abend war, erschien es bereits orange, was das Farbspiel noch sonderbarer machte.

Als die Sonne dann tiefer sank, und sie ihr Abendrot durch die Atmosphäre schickte, änderte sich die Farbe: Der Himmel über Hamburg glühte rosa.

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