Afrika Wilderer töten jährlich Zehntausende Elefanten

Wilderei bedroht Afrikanische Elefanten: Die illegale Abschlachtung lässt ihre Population dramatisch kleiner werden - allein 2011 schrumpfte sie um 40.000 Tiere. Der Handel mit Elfenbein ist ein Riesengeschäft.
Elefant: Teures Elfenbein

Elefant: Teures Elfenbein

Foto: Bernd Weissbrod/ dpa

Nairobi/Hamburg - Wilderei hat die Zahl Afrikanischer Elefanten einer Studie zufolge seit 2010 um durchschnittlich zehntausend Tiere pro Jahr schrumpfen lassen, das entspricht zwei Prozent der Population. Erheblich mehr wurden illegal getötet, doch Nachwuchs gleicht die Verluste teilweise aus.

Forscher um den Biologen George Wittemyer von der Colorado State University in Fort Collins hatten Daten zu Demografie und Todesursachen von Elefanten aus ganz Afrika analysiert . Demnach gibt es dort noch ungefähr eine halbe Millionen Elefanten.

Während zwischen 1998 und 2008 noch durchschnittlich 0,6 Prozent der Afrikanischen Elefanten illegal getötet wurden, stieg die Zahl danach deutlich an. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2011 dezimierten Wilderer den Berechnungen der Forscher zufolge den Bestand um etwa acht Prozent, was rund 40.000 Tieren entspreche.

Im Samburu Nationalpark wurden in den vier Jahren 2009 bis 2012 fast 21 Prozent der Elefanten getötet, berichtet das Team. Demnach sind besonders die Bestände im zentralen und östlichen Teil des Kontinents betroffen.

Entscheidend sind die Schwarzmarktpreise

Der Handel unter anderem mit Elfenbein und Nashörnern ist ein Riesengeschäft. Hauptverantwortlich sind internationale Banden. "Es handelt sich um ein grenzüberschreitendes Netzwerk, das Geschäfte in vielfacher Milliardenhöhe macht", teilte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) kürzlich mit.

Es bezifferte den jährlichen Gesamtwert des blutigen Handels auf über 200 Milliarden Dollar (147 Milliarden Euro). Es bedürfe schnell einer "globalen Antwort" auf diese Bedrohung, die unter anderem durch die Zusammenarbeit verschiedener Uno-Organisationen gefunden werden könne.

Die illegale Elefantenjagd setze den Populationen dermaßen zu, dass ihr Überleben gefährdet sei, warnt Wittemyer. Das Ausmaß der Wilderei steige mit den Schwarzmarktpreisen für Elfenbein, berichten die Forscher. So werde etwa Elfenbein aus dem Verkehr gezogen, das für China bestimmt sei. Um die Wilderei einzudämmen, müsse man vor allem die Nachfrage drosseln, insbesondere in Ostasien.

Bei ihrer Studie handelte es sich um die erste Einschätzung zum Ausmaß der Wilderei auf regionaler und kontinentaler Ebene, schreiben die Autoren im Wissenschaftsblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Sie kombinierten lokale mit überregionalen Daten und begutachteten unter anderem Elefantenkadaver in Kenias Samburu Nationalpark, um illegale und natürliche Todesursachen zu beziffern. Diese Daten übertrugen sie dann auf die gesamtafrikanische Elefantenpopulation.

boj/dpa
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