»Wildlife Photographer of the Year« Elchtest bestanden

Stolze Löwen, gefräßige Haie, geköpfte Zebras und tierische Begegnungen: Sehen Sie hier die Kandidaten für den Publikumspreis des »Wildlife Photographer of the Year«-Wettbewerbs 2020.
1 / 25

Einmal im Jahr schreibt das Natural History Museum in London den People's Choice Award des »Wildlife Photographer of the Year«-Wettbewerbs aus (abstimmen können Sie hier ). Diese Grünen Meeresschildkröten zum Beispiel hat der Fotograf Thomas Peschak in Little Farmer's Cay auf den Bahamas abgelichtet. Während der Karibikreise von Christoph Kolumbus im Jahr 1494 soll es in der Gegend noch so viele der Schildkröten gegeben haben, dass die Schiffe des Entdeckers auf ihnen fast auf Grund liefen. Heute wird die Art als bedroht eingestuft. Auf Little Farmer's Cay können die Tiere jedoch noch gut beobachtet werden. Fischer locken die Meeresschildkröten dort mit Ködern zum Anleger, für die Touristen. Fotograf Peschak hofft, dass dieses Bild zumindest einen kleinen Eindruck des ehemaligen Reichtums der Meere geben kann.

Foto: Thomas Peschak / Wildlife Photographer of the Year
2 / 25

Zwei junge iberische Luchse spielen in Spanien auf einem verlassenen Heuboden. Bei der Wiederansiedlung der Art in der östlichen Sierra Morena scheuen die Tiere nicht die Nähe zum Menschen. Schon die Mutter dieser beiden Kätzchen wurde auf demselben Heuboden geboren, deren Mutter wiederum blieb ein ganzes Jahr lang dort, bevor sie ihrer Tochter den Ort überließ.

Foto: Sergio Marijuán / Wildlife Photographer of the Year
3 / 25

Als der südafrikanische Fotograf Wim van den Heever diesen riesigen männlichen Löwen auf einem großen Granitfelsen liegen sah, braute sich ein Sturm über der weiten, offenen Ebene der Serengeti in Tansania zusammen. Als die letzten Sonnenstrahlen die Wolken durchbrachen, hob der Löwe seinen Kopf und blickte in Wims Richtung: Gelegenheit für ein Porträt in einem perfekten Augenblick.

Foto: Wim van den Heever / Wildlife Photographer of the Year
4 / 25

Mit der Urbanisierung wie hier in Jaen in Spanien nehmen die Bedrohungen für Wildtiere immer weiter zu. Auch der Iberische Luchs wird häufig Opfer von Verkehrsunfällen. Im Jahr 2019 wurden in Spanien mehr als 34 Luchse überfahren, und drei Tage bevor Fotograf Sergio Marijuán Campuzano dieses Foto aufnahm, kam auch unweit dieser Stelle ein zweijähriges Weibchen ums Leben. Um den Verkehrstod der Wildtiere zu bekämpfen, werden die Straßen eingezäunt oder, wie hier, untertunnelt – eine Lebensader für den Luchs und viele andere Arten.

Foto: Sergio Marijuán / Wildlife Photographer of the Year
5 / 25

Fleischreste von Zackenbarschen fallen von den Kiefern zweier Grauer Riffhaie vor dem Fakarava-Atoll in Französisch-Polynesien. Weil ein einzelner Hai zu ungeschickt ist, um selbst einen schläfrigen Zackenbarsch zu fangen, jagen die Riffhaie in Rudeln. Nach der gemeinsamen Jagd raufen sich die Tiere um die Beute. Nur wenige Haie erhaschen einen Teil des Fangs. Die anderen gehen leer aus.

Foto: Laurent Ballesta / Wildlife Photographer of the Year
6 / 25

Im Staatszirkus von Sankt Petersburg führt Bärenausbilder Grant Ibragimov seine tägliche Nummer mit drei sibirischen Braunbären vor. Um den Bären den aufrechten Gang anzutrainieren, werden sie in jungen Jahren am Hals an die Wand gekettet. Die grausame Praktik hat eine lange Tradition in Russland und Osteuropa. Noch heute sind dort Hunderte von Tanzbären Teil der Zirkusindustrie.

Foto: Kirsten Luce / Wildlife Photographer of the Year
7 / 25

Ein asiatisches Palmenzibetkätzchen lugt in einem kleinen abgelegenen indischen Dorf aus einer Tasche, Neugier und Verspieltheit leuchten in seinen Augen. Dieses Tierbaby war verwaist und wurde von Menschen aufgezogen. Die indische Fotografin Pallavi Prasad Laveti stimmt das Bild hoffnungsfroh. In anderen Teilen der Welt nämlich werden Zibetkatzen für die Produktion von Kopi Luwak-Kaffee (Kaffee aus Kaffeebohnen, die teilweise verdaut und dann von den Zibetkatzen ausgeschieden werden) in winzigen Käfigen gehalten und zwangsernährt.

Foto: Pallavi Prasad Laveti / Wildlife Photographer of the Year
8 / 25

Der deutsche Fotograf Oliver Richter beobachtet seit vielen Jahren die europäischen Biber in der Nähe seiner Heimat im sächsischen Grimma. Ihn fasziniert, wie die Tiere die Landschaft neu gestalten, um wertvolle Lebensräume für viele Tierarten wie Eisvögel und Libellen zu schaffen. Dieses Familienporträt gelang Richter am Lieblingsfutterplatz der Biber. Für den Fotografen spiegelt das Bild die Fürsorge und Liebe wider, die erwachsene Biber ihren Jungen entgegenbringen.

Foto: Oliver Richter / Wildlife Photographer of the Year
9 / 25

Auf einer Fotoreise zum arktischen Spitzbergen-Archipel gelang dem finnischen Fotografen Petri Pietiläinen dieses Eisbär-Bild. Als eines der Tiere in der Ferne gesichtet wurde, sprang er in ein Schlauchboot, um näher heranzukommen. Auf den steilen Klippen versuchte der Bär, zu den dort nistenden Vögeln zu gelangen. Als einige der Nonnengänse und deren Küken in Panik von den Klippen in die Tiefe sprangen, drückte Pietiläinen ab.

Foto: Petri Pietiläinen / Wildlife Photographer of the Year
10 / 25

Ein Buschfeuer hinterlässt eine Spur der Verwüstung in einem Waldgebiet nahe der Grenze des Steve-Irwin-Wildreservats im australischen Bundesstaat Queensland. Das Gebiet ist Heimat vieler gefährdeter Arten und umfasst über 30 verschiedene Ökosysteme. Obwohl natürliche Brände für die Natur wichtig sein können, stellen größere Feuer häufig eine Bedrohung dar. Oft werden sie absichtlich gelegt, etwa um Wildschweine aufzuscheuchen und zu jagen. Wenn die Feuer außer Kontrolle geraten, können sie riesige Gebiete verwüsten.

Foto: Robert Irwin / Wildlife Photographer of the Year
11 / 25

Fotograf Sam Sloss sichtete diesen Kokosnusskraken am Strand der indonesischen Insel Sulawesi. Die kleine Krakenart baut sich seinen eigenen schützenden Unterschlupf aus Muschelschalen, Kokosnüssen und sogar Glasflaschen. Dabei sind die Tiere sehr wählerisch. Nur bestimmte Arten und Größen von Muschelschalen kommen infrage, um sich zu tarnen oder vor Raubtieren zu schützen.

Foto: Sam Sloss / Wildlife Photographer of the Year
12 / 25

Marco Island liegt vor der Westküste Floridas im Golf von Mexiko, nur wenige Kilometer von den Everglades entfernt. Die Insel bietet luxuriöse Resorts, Traumstrände und, überraschenderweise, eine große Population von Florida-Buddelkäuzen. Die Eulen graben ihre eigenen Höhlen und richten sich auf Marco Island gern unter sorgfältig gepflegten Rasenflächen häuslich ein – der perfekte Ort, um Insekten und Eidechsen zu jagen.

Foto: Karine Aigner / Wildlife Photographer of the Year
13 / 25

Von allen Primatenarten, die Fotograf Mogens Trolle abgelichtet hat, war der Mandrill am schwierigsten zu erreichen, da er sich am liebsten in tropischen Wäldern in abgelegenen Teilen Zentralafrikas verbirgt. Für den dänischen Fotografen machte das die Erfahrung, neben diesem beeindruckenden Alpha-Männchen zu sitzen, indes nur noch besonderer. Das dominante Männchen ist an den hellen Farben seiner Schnauze gut zu erkennen. Verliert das Tier den Status, verblassen die Farben wieder. Mogens benutzte einen Blitz, um die lebhaften Farben und Texturen vor dem dunklen Waldhintergrund zu verstärken.

Foto: Mogens Trolle / Wildlife Photographer of the Year
14 / 25

Ein Eichhörnchen schlummert in einem Nistkasten, den der britische Fotograf Neil Anderson in einer Kiefer in der Nähe seines Hauses in den schottischen Highlands aufgestellt hat. Anderson installierte eine Kamera und ein LED-Licht mit einem Diffusor in dem Kasten. Mit einem Dimmer erhöhte der Fotograf so lange die Lichtstärke, bis das Foto gelang.

Foto: Neil Anderson / Wildlife Photographer of the Year
15 / 25

Der besorgt blickende Gesichtsausdruck dieses Hundes spricht Bände und erinnert daran, dass Elche große und unberechenbare Tiere sind. Der US-Fotograf Guillermo Esteves machte das Foto dieses Bullen am Straßenrand der Antelope Flats im Grand Teton National Park im Bundesstaat Wyoming. Glücklicherweise verlor der Elch das Interesse und verschwand nach wenigen Augenblicken wieder.

Foto: Guillermo Esteves / Wildlife Photographer of the Year
16 / 25

Im Auftrag des WWF UK sollte der Franzose Emmanuel Rondeau die Wildtiere der bhutanesischen Berge fotografieren. Überrascht, einen Rhododendron in einer Höhe von 3.500 Metern zu finden, installierte er eine Kamerafalle und hoffte, dass die großen Säugetiere, für die er dort war, den schmalen Waldweg in der Nähe nutzen würden. Als Rondeau viele Wochen später zurückkehrte, war er erstaunt, ein Foto eines Takins vorzufinden, auf dem sich der blaue Himmel, die rosa Blumen und das senfgelbe Fell des Tieres perfekt ergänzen.

Foto: Emmanuel Rondeau / Wildlife Photographer of the Year
17 / 25

Die Wüste Great Sandy Desert in Westaustralien ist Heimat für eine große Vielfalt an Wildtieren und Ort einer florierenden Bergwerksindustrie. Die raue, lebensfeindliche Umgebung macht die Tiere erfinderisch. Dieser Gowidon sitzt auf dem Drahtzaun einer Werkstatt und wartet auf die ersten Sonnenstrahlen. Das künstliche Licht am Gebäude lockt Motten und Insekten an, eine ersehnte Beute für die hungrige Eidechse.

Foto: Gary Meredith / Wildlife Photographer of the Year
18 / 25

Die australische Artenschützerin Julie Malherbe nimmt einen Anruf entgegen, um bei der nächsten Tierrettung zu helfen. Drei Grauköpfige Flughunde hängen neben und an ihr. Die Art lebt in den südöstlichen Waldgebieten Australiens und spielt eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Samen und der Bestäubung von mehr als 100 einheimischen Baumarten. Das Tier ist in Gefahr, weil sein Lebensraum zunehmend zerstört wird und es immer häufiger zu Massensterben durch Hitzestress kommt.

Foto: Douglas Gimesy / Wildlife Photographer of the Year
19 / 25

Ein sechs Monate altes Schneeleopardenjunges sucht Schutz zwischen den Felsen der tibetischen Hochebene. Das Foto gelang dem Franzosen Frédéric Larrey im Herbst 2017. Im Gegensatz zu anderen Regionen, in denen viel gewildert wird, gibt es in dieser Bergregion noch eine gesunde Population der Raubkatzen. Die Leoparden werden nicht verfolgt und finden reichlich Beute.

Foto: Frédéric Larrey / Wildlife Photographer of the Year
20 / 25

Der Wildtierhüter Joseph Wachira redet Sudan gut zu, dem letzten bekannten Nördlichen Breitmaulnashorn-Bullen der Erde. 2018 schläferten Wildhüter das altersschwache und leidende Tier in der Ol Pejeta Wildlife Conservancy im Norden Kenias ein. Nur zwei Weibchen der Art überlebten den Bullen. Wissenschaftler versuchen derzeit, die Art mithilfe künstlicher Reproduktion zu retten. Die US-Fotografin Ami Vitale hofft, dass das Vermächtnis Sudans dabei helfen wird, die Menschheit für den besseren Schutz der Arten zu sensibilisieren.

Foto: Ami Vitale / Wildlife Photographer of the Year
21 / 25

Fünf Wochen lang beobachtete der britische Fotograf Andy Parkinson die Berghasen in der Nähe von Tomatin in den schottischen Highlands – bei Winden mit Geschwindigkeiten bis zu 90 Kilometern pro Stunde, die eisig um ihn herum tobten. Er wartet auf Momente wie diesen: Ein Hasenweibchen kugelte sich vor seiner Linse perfekt zusammen. Parkinson sehnt sich nach solchen Momenten: nach der Isolation, der körperlichen Herausforderung und der Zeit in der Natur.

Foto: Andy Parkinson / Wildlife Photographer of the Year
22 / 25

Der Russe Andrej Schpatak fotografierte diesen Stachelrücken im Norden des Golfs von Oprichnik im Japanischen Meer. Diese ungewöhnlichen Fische führen einen territorialen Lebensstil zwischen den Steinen und Felsen der flachen Küstengewässer. Mit ihren scharfkantigen Kiefern reißen sie Seegurken und Schnecken ab. Früher hielt man sie für scheu, doch dieses Tier näherte sich neugierig dem Fotografen.

Foto: Andrey Shpatak / Wildlife Photographer of the Year
23 / 25

Britta Jaschinski fotografiert Gegenstände, die an Flughäfen und Grenzen auf der ganzen Welt beschlagnahmt werden. Diesen Zebrakopf lichtete die Deutsche an einem Grenzübergang in den USA ab. Wahrscheinlich konnte der Jäger nicht nachweisen, dass das Zebra mit einer Lizenz getötet wurde. Die Trophäe wurde sichergestellt. Jaschinski findet die Verwendung eines Einkaufswagens als Transportmittel für das Schmuggelgut höchst ironisch und stellt die Frage: Wildtiere oder Ware?

Foto: Britta Jaschinski / Wildlife Photographer of the Year
24 / 25

Dieses Porträt einer Kanincheneulen-Familie gelang dem US-Fotografen Andrew Lee in Ontario im US-Bundesstaat Kalifornien. Kanincheneulen haben oft große Familien und Lee hatte den Ehrgeiz, die gesamte Familie auf ein Foto zu bannen. Nach vielen Tagen des Wartens schauten Mama und ihre Brut plötzlich mit großen Augen in seine Richtung – es war das erste Mal, dass er sie alle zusammen gesehen hatte. Schnell nutzte er den kostbaren Augenblick.

Foto: Andrew Lee / Wildlife Photographer of the Year
25 / 25

Die Idee zu diesem Foto kam Joseph Dominic Anthony bereits 2016 bei einem Besuch im Mai-Po-Naturreservat bei Hongkong. Bis der Fotograf das Foto machen konnte, verging jedoch viel Zeit. Das Sperrgebiet an der chinesischen Grenze ist nur schwer zugänglich. Wetter und Gezeiten mussten perfekt passen. Die Aufnahme soll die Spannung zwischen Wildnis und schnell voranschreitender Stadtentwicklung zeigen.

Foto: Joseph Dominic / Wildlife Photographer of the Year
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.