Wirbelstürme Hurrikan-Saison bricht fünf Rekorde

Die Hurrikansaison 2008 war ungewöhnlich heftig. Die Zahl der Wirbelstürme hielt sich zwar in Grenzen, doch die geballte Zerstörungskraft der Hurrikane und ihre schnelle Abfolge hat Meteorologen überrascht. Gleich fünf Rekorde sind in diesem Jahr gefallen.

Miami - Seit 64 Jahren sammeln Meteorologen systematisch Daten über Hurrikane - und noch nie haben sie eine Saison wie die diesjährige registriert. "Was die Zahl der schweren Schläge betrifft, war es ziemlich unerbittlich", sagte Judith Curry von der Georgia Tech University. Zwar habe es diesmal keinen einzelnen Monstersturm mit Tausenden Toten gegeben. "Aber wir haben sehr, sehr große Schäden erlitten", so Curry. Noch immer seien die Experten damit beschäftigt, die materiellen Verluste und die Zahl der Todesopfer zu berechnen.

In der Hurrikansaison, die von Juni bis November dauert, wurden in diesem Jahr mindestens fünf Rekorde gebrochen, wie die US-Wetterbehörde NOAA mitteilte:

  • das Festland wurde erstmals innerhalb einer Saison von sechs aufeinanderfolgenden Hurrikanen - "Dolly", "Edouard", "Fay", "Gustav", "Hanna" und "Ike" - heimgesucht.
  • Kuba wurde von drei großen Wirbelstürmen der Kategorie drei bis fünf getroffen.
  • In fünf aufeinanderfolgenden Monaten entstand jeweils ein großer Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 178 km/h (Stufe 3).
  • Der Hurrikan "Berta" war 17 Tage lang aktiv - länger als jeder bisher registrierte Wirbelsturm im Monat Juli.
  • Der Hurrikan "Fay" hat als bisher einziger seiner Art denselben US-Bundesstaat - in diesem Fall Florida - vier Mal hintereinander getroffen.

Insgesamt zählte die NOAA während der sechsmonatigen Saison, die am Sonntag endet, 16 Tropenstürme, darunter acht Hurrikane. Damit liegt das Jahr 2008 deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von elf Tropenstürmen, von denen sechs zu Hurrikanen werden. Doch in der Statistik landet es nur auf dem vierten Platz. Einsame Spitze ist in dieser Hinsicht das Jahr 2005 mit insgesamt 28 Tropenstürmen und Hurrikanen.

Luftströmungen in hohen Atmosphärenschichten haben in diesem Jahr einige Wirbelstürme verstärkt und auf einzelne Regionen wie Kuba und die US-Küste am Golf von Mexiko fokussiert, sagte Gerry Bell, der bei der NOAA für die Hurrikan-Vorhersage verantwortlich ist. Dies sei typisch für eine besonders heftige Saison. Im Golf von Mexiko gingen in diesem Jahr 60 von insgesamt rund 3800 Öl- und Gasplattformen zu Bruch.

Die Wissenschaftler führen die heftige Sturm-Aktivität dieses Jahres vor allem auf den natürlichen Zyklus zurück, der zwischen 25 und 40 Jahren dauert. "Der jetzige begann 1995", sagte Bell. "Anhand der historischen Daten befinden wir uns mitten in einer aktiven Phase." Völlig natürlich ist die derzeitige Situation allerdings nicht, wie der Forscher betonte: Die große Zahl von Hurrikanen der Kategorie vier dürfte eine Folge des vom Menschen verursachten Klimawandels sein. Es gibt jedoch auch Wissenschaftler, die glauben, dass steigende Temperaturen weniger Stürme zur Folge haben könnten.

Was die Hurrikan-Stärken bedeuten

"Die Ergebnisse aus den Berechnungen helfen uns, unsere Arbeit in Zukunft zu verbessern", sagte Bill Read, Direktor des National Hurricane Center der NOAA. "Aber schon jetzt können wir sagen, dass wir uns schleunigst auf die nächste Saison vorbereiten sollten."

mbe/AFP/AP

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