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SPIEGEL ONLINE

Russland Letzte Tiere aus "Wal-Gefängnis" freigelassen

Über Monate waren rund hundert Wale im Osten Russlands in winzige Becken eingesperrt. Nun sind die Tiere freigelassen worden. Schlechtes Wetter hatte die Rettungsaktion immer wieder verzögert.

Mehr als ein Jahr lebten im Osten Russlands knapp hundert Wale in Gefangenschaft. Nun sind die Tiere in die Freiheit entlassen worden.

Alle Wale seien in ihre natürliche Umgebung zurückgekehrt, teilte das russische Forschungsinstitut für Fischerei und Meereskunde mit. Demnach wurden die letzten 31 Belugas in einer Bucht am Japanischen Meer freigelassen. Schlechtes Wetter hatte die Rettungsaktion zuletzt immer wieder verzögert.

Die Orcas und Belugas waren über Monate auf engstem Raum in einer Anlage am Japanischen Meer in der Nähe von Wladiwostok eingesperrt. Das liegt an der Grenze zu China. Tierschützer befürchteten, dass die Tiere an chinesische Aquarien verkauft werden könnten. Der Fall sorgte international für Kritik. Prominente wie die Schauspieler Leonardo DiCaprio und Pamela Anderson schlossen sich dem Protest an.

Ursprünglich sollten die Tiere bis Oktober frei sein

Die ersten Wale waren Mitte Juni freigekommen. Der Transport auf der Straße und zu Wasser dauerte nach Angaben der Behörden sechs Tage. Die Wale sollten dort ausgesetzt werden, wo sie gefangen wurden. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, dass sie den Transport nur aus der Ferne verfolgen durfte. Ursprünglich sollten die Tiere bis Oktober frei sein - rechtzeitig vor dem Winter.

In einer Bucht lebten Orcas und Belugas in Gefangenschaft

In einer Bucht lebten Orcas und Belugas in Gefangenschaft

Foto: Vyacheslav Kozlov/ Greenpeace/ DPA

Wissenschaftler statteten mehrere Wale mit Sensoren aus, um zu verfolgen, wie sie sich im Meer zurechtfinden. Die von Tierschützern als "Wal-Gefängnis" bezeichnete Anlage wurde auch ein Fall für die Justiz: Mehrere Firmen, die die viel zu kleinen Becken angemietet haben, wurden zu Geldstrafen verurteilt. Künftig soll der Fang von Walen zu nicht wissenschaftlichen Zwecken verboten werden.

Kremlchef Wladimir Putin hatte sich persönlich für die Freilassung der Wale eingesetzt . Lange war aber unklar, ob und wann die Tiere wieder in die Freiheit zurückkehren können.

sen/dpa/Reuters