Raubtiere in Deutschland Wolf siedelt sich erstmals in der Nordeifel an

In Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt drei Wolfsterritorien. Neben zwei weiblichen Tieren hat sich offenbar auch ein Männchen in dem Bundesland niedergelassen.

Wolf in einem Wildpark (Symbolbild): Die meisten Wölfe leben in Niedersachsen
Swen Pförtner/dpa

Wolf in einem Wildpark (Symbolbild): Die meisten Wölfe leben in Niedersachsen


In Nordrhein-Westfalen ist wohl ein dritter Wolf heimisch geworden. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium erklärte deshalb am Mittwoch Teile der Nordeifel zum Wolfsgebiet. Das Bundesland hat damit drei offizielle Gebiete, in denen Wölfe leben.

Die neue Zone "Eifel - Hohes Venn" ist rund 505 Quadratkilometer groß und reicht in den Kreis Euskirchen hinein. Der Wolf sei mehrfach gesichtet worden, habe Schafe gerissen und sein Erbgut sei nachgewiesen worden, teilte das Ministerium mit. All das lege nahe, dass das Tier im Bereich der Stadt Monschau in der Städteregion Aachen ortstreu geworden sei.

Dass das Gebiet nun offiziell als von einem Wolf bewohnt gilt, erleichtert es Landwirten, ihre Tiere vor dem Raubtier zu schützen. "Wir werden in dem Gebiet ab sofort Weidetierhaltern die Anschaffung von Elektrozäunen finanzieren", sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) den "Aachener Nachrichten". Zudem gibt es eine Pufferzone um das neue Wolfsgebiet, in der ebenfalls Schutzmaßnahmen gefördert werden können.

Dem Ministerium zufolge gab es in der Städteregion Aachen bislang vier Wolf-Nachweise. Genetische Spuren zeigten, dass es sich um ein männliches Tier handelt. "Wir rechnen damit, dass der Wolf vorerst bleibt", sagte Heinen-Esser.

73 Wolfsrudel leben in Deutschland

Seit vergangenem Jahr gelten bereits zwei Wölfinnen als heimisch in Nordrhein-Westfalen. Ein Wolfsgebiet wurde in der Senne, ein weiteres am Niederrhein ausgewiesen.

Im gesamten Bundesgebiet leben laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) 73 Rudel, fünf Wolfspaare und zehn Einzeltiere, die meisten davon in Niedersachsen (20 Rudel), Sachsen (18 Rudel), Brandenburg (17 Rudel) und Sachsen-Anhalt (13 Rudel).

Wölfe sind der gesamten EU streng geschützt. Einzelne Staaten können aber Ausnahmeregelungen erlassen oder Wölfe in Einzelfällen zum Abschuss freigeben - etwa, wenn sie keine Scheu vor Menschen zeigen. Im Mai 2019 hat die Bundesregierung in Deutschland beschlossen, dass Wölfe vorsorglich abgeschossen werden dürfen, wenn sie Nutztiere reißen.

Umweltschützer zeigten ihr Unverständnis darüber, dass der Wolfsschutz gelockert wird. Der Bauernverband kritisierte den Vorstoß dagegen als nicht weitreichend genug.

jme/dpa

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