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Raubtier Wolf: Rückkehr in den Süden Deutschlands

Foto: Konstantin Knorr/ Hannoversche Allgemeine Zeitung

Raubtier Wolf in Baden-Württemberg nachgewiesen

Das tote Tier sah aus wie ein Hund und war doch keiner: Erstmals seit etwa 150 Jahren ist in Baden-Württemberg wieder ein Wolf aufgetaucht. Er wurde auf einer Autobahn überfahren.

In Deutschland leben inzwischen über 200 Wölfe, ein Vertreter der einst gefürchtete Raubtiere war in Baden-Württemberg unterwegs. Auf einer Autobahn im Schwarzwald ist er überfahren worden. Eine DNA-Untersuchung des Forschungsinstituts Senckenberg zeigte, dass es sich bei dem Tier nicht um einen Hund handelte, wie anfangs vermutet wurde.

Der Wolf sei vor zwei Wochen auf der Autobahn 5 nahe Freiburg gefunden worden, teilte der Naturschutzminister des Bundeslandes, Alexander Bonde (Grüne), mit. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob der Wolf aus der Schweiz oder aus Frankreich eingewandert ist. Es liefen auch noch Tests zu Alter und Gesundheitszustand des Tieres.

Angst vor dem Märchenwolf sitzt tief

Lange war der Wolf in Deutschland ausgerottet, erst nach dem Fall der Mauer kam er aus Osteuropa zurück. Mittlerweile leben nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) wieder rund 30 Rudel, vier Paare und mehrere Einzeltiere in der Bundesrepublik. Dauerhaft angesiedelt haben sie sich in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen. Schon lange wird der Wolf auch in Baden-Württemberg zurückerwartet.

Der jetzt bei Lahr entdeckte Rüde ist nach Angaben des Nabu der erste im Südwesten nachgewiesene Wolf seit seiner Ausrottung dort vor gut 150 Jahren. Das bislang letzte bekannte Exemplar in Württemberg war 1847 erlegt worden, das letzte badische 1866 bei Zwingenberg im Odenwald. Die in Mitteleuropa meist etwa 40 Kilogramm schweren Tiere sind bundesweit streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden.

"Ich freue mich, gleichzeitig treibt es uns auch die Sorgenfalten auf die Stirn", sagte der Vorsitzende des Nabu Baden-Württemberg, André Baumann. Vor allem die Sorgen der Schäfer müssten ernst genommen werden, ebenso wie Bedenken der Bürger. "Die Angst vor dem Märchenwolf sitzt tief in der deutschen Volksseele." Der Wolf sei aber weder böser Märchenwolf noch Kuscheltier. Er sei ein Wildtier, das sich von Rehen und Wildschweinen ernähre.

Es gelte nun, sich auf den ersten lebenden Wolf im Bundesland einzurichten, sagte Baumann. Wichtig sei dann vor allem, Schaden von den Schäfern abzuwenden. Herdenschutzzäune müssten errichtet und Schäfer mit speziellen Schutzhunden ausgerüstet werden, die Schafe bei Angriffen verteidigen könnten.

Wölfe haben in den vergangen Monaten vermehrt für Schlagzeilen gesorgt. In Niedersachsen tauchten zuletzt Exemplare auch in der Nähe von Siedlungen auf, was zu einer Diskussion über das Zusammenleben zwischen Menschen und Raubtieren in Deutschland führte. Wölfe sind generell sehr scheu. Sollten Wanderer doch einmal einem der Raubtiere begegnen, raten Experten zu einer Reaktion wie bei fremden Hunden: Auf keinen Fall wegrennen! 

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Foto: Foto: Sebastian Koerner / Lupovision
hda/dpa