Neue Saurierart Das Seeungeheuer mit dem Spitznamen »Schlangenartiges Krokodilsgesicht«

Im US-Bundesstaat Wyoming stießen Paläontologen vor vielen Jahren auf Fossilien, jetzt haben sie ihre überraschenden Ergebnisse präsentiert: Der Meeres-Saurier mit den spitz zulaufenden Zähnen ist eine komplett neue Art.
Neue Saurier-Art Serpentisuchops pfisterae: »snaky croc-face«, »schlangenartiges Krokodilsgesicht«

Neue Saurier-Art Serpentisuchops pfisterae: »snaky croc-face«, »schlangenartiges Krokodilsgesicht«

Foto: Nathan E. Rogers

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Vor Millionen von Jahren schwamm ein riesiges, langhalsiges Reptil durch das Meer. Es schwang seinen schlangenartigen Hals hin und her und erbeutete mit seinem krokodilähnlichen Kiefer Fische und andere kleine Meerestiere.

Wo eines dieser Tiere einst verendete, liegt heute der US-Bundesstaat Wyoming. Paläontologen entdeckten Fossilien dieses Seeungeheuers 1995 bei einer Ausgrabung im kaum erforschten obersten Teil des Pierre Shale, einer geologischen Formation aus der Oberkreidezeit (vor etwa 101 bis 66 Millionen Jahren). Nun haben die Forscher eine Studie über den See-Saurier  veröffentlicht, mit dem Ergebnis: Dieses Tier wies körperliche Merkmale auf, die es von anderen Mitgliedern dieser ausgestorbenen Gruppe von Meeresreptilien unterscheidet.

Diese Plesiosaurier gibt es eigentlich in zwei verschiedenen morphologischen Typen. »Sie haben entweder einen langen, schlangenartigen Hals mit einem kleinen Kopf oder einen kurzen Hals und einen langen, krokodilartigen Kiefer«, zitiert das Wissenschaftsportal »Live Science«  Walter Scott Persons. Er ist Paläontologe am College von Charleston im US-Bundesstaat South Carolina und Hauptautor der Studie. »Dieses seltsame, einzigartige Tier ist eine Kreuzung aus beidem.«

Serpentisuchops pfisterae, oder: »snaky croc-face«

Die Paläontologen nannten das Tier Serpentisuchops pfisterae, was so viel wie »Schlangenkrokodil« bedeutet. Auf Englisch klingt es noch etwas schmissiger, »snaky croc-face«. Die Überreste dieser sieben Meter langen Kreatur wurden vor mehr als 25 Jahren ausgegraben und sind seitdem im Glenrock Paleontological Museum in der Nähe von Casper im US-Bundesstaat Wyoming zu sehen.

Seitdem haben Paläontologen die Überreste des Tieres eingehend untersucht. Etwa 35 Prozent des Körpers sind erhalten, darunter ein Unterkiefer, ein beträchtlicher Teil des Schädels, der komplette Hals, Wirbel, der größte Teil des Schwanzes und einige Rippen. Nur die Flossen oder Paddel, die das Wesen zum Schwimmen benutzt haben muss, fehlen.

Auch 19 Zähne sind erhalten, von denen nur einer noch im Kiefer saß, während die anderen unter den Überresten verstreut waren. Der Studie zufolge bestätigte das Vorhandensein von Wurzeln im Kiefer jedoch, dass die Zähne von diesem speziellen Exemplar und nicht von einem anderen Plesiosaurier stammten.

Die Zähne laufen spitz zu und haben keine Schneidekante – offenbar konnte das Tier keine dicken Knochen durchbeißen, sondern nutzte sein Gebiss, um Beute aufzustechen. Wahrscheinlich ginge es um glitschige Beutetiere, die sich nicht wehren konnten, etwa kleine Fische.

Walter Scott Persons ist begeistert von der Entdeckung des »schlangenartigen Krokodilsgesichts«. »Das ist ein Tier, das auf eine Art und Weise spezialisiert ist, die es von allen anderen Plesiosauriern abhebt«, sagt der Paläontologe. »Das ist ein komplett neuer Ökotyp.«

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes wurden Plesiosaurier als Dinosaurier bezeichnet. Plesiosaurier gehörten jedoch nicht zu den Dinosauriern, sondern sind eher mit den heutigen Echsen und Schlangen verwandt.

mgo
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