Zahnanalyse Urahnen der Elefanten lebten im Wasser

Die Vorfahren des Elefanten haben offenbar nicht an Land, sondern am oder im Wasser gelebt. Das konnten Forscher beweisen, indem sie die Zähne von längst ausgestorbenen Elefanten-Verwandten untersucht haben.

Washington - Sie waren die Urahnen der heute lebenden Elefanten - auch wenn sie optisch nur wenig Ähnlichkeit haben: das kleine Moeritherium und das Barytherium lebten im späten Eozän vor etwa 37 Millionen Jahren. Forscher um Alexander Liu von der University of Oxford haben sich nun die Sauerstoffisotopen im Zahnschmelz dieser beiden ausgestorbenen Rüsseltierarten angesehen.

Dabei fanden sie heraus, dass die Zusammensetzung der Isotope bei Fossilien derjenigen ähnelt, die bei Wasserbewohnern zu erwarten wäre. Deswegen, so schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Bd. 105, S. 5786) , könnte auch der gemeinsame Urahn von Seekühen und Elefanten teilweise im Wasser gelebt haben - etwa in der Nähe von Süßwasser, an Flüssen, Sümpfen oder Seen.

Das Moeritherium war klein, etwa so groß wie ein heutiger Tapir, und besaß anstelle eines Rüssels eine Oberlippe, mit der es greifen konnte. Über Bartherium ist weniger bekannt. Überreste dieses Tieres wurden in Ägypten gefunden - es hatte annähernd die Größe eines heutigen Asiatischen Elefanten.

Zahnschmelz ist sehr haltbar und daher besser für Untersuchungen geeignet als Knochenmaterial. Die Tiere bauen im Laufe ihres Lebens die Isotope aus dem Wasser und der Nahrung in ihren Körper und somit auch in ihren Zahnschmelz ein. Wenn Tiere auf dem Land gelebt haben, gibt es in den verschiedenen Schichten ihres Zahnschmelzes recht unterschiedliche Isotopenverhältnisse, denn die Spannweite von Sauerstoffisotopen ist an Land höher als im Wasser. Dort tauschen Tiere vor allem über die Haut Wasser aus. Im Wasser lebende Tiere nutzen im Laufe ihres Lebens nur eine oder wenige Wasserquellen, so dass die Isotope in ihrem Zahnschmelz weniger stark voneinander abweichen.

Die Ergebnisse zeigten, dass die beiden untersuchten Tiere entweder ganz im Wasser lebten oder in einer amphibischen Lebensweise zumindest den Großteil ihrer Zeit dort verbrachten. Dabei hielten sie sich ausschließlich in Süßwassergebieten auf, schreiben Liu und seine Kollegen. Die Backenzähne deuteten darauf hin, dass sie Süßwasserpflanzen zwischen ihren Kiefern zermalmten.

Schon früher hatten Forscher die Vermutung aufgestellt, dass Seekühe und Rüsseltiere, zu denen die heutigen Elefanten und die ausgestorbenen Tierarten Moeritherium und Barytherium gehören, einen gemeinsamen Vorfahren hatten, der im Wasser lebte. Die Ergebnisse von Liu und seinen Kollegen stützen nun diese These.

chs/ddp/dpa

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