Zehn-Punkte-Manifest So kann Deutschland den Klimawandel bewältigen


5. Die CO2-freie Welt kommt zu spät

Es gibt zumindest drei wichtige Gründe, warum sich Politik, Gesellschaft und Wissenschaft dringend nicht nur um Mitigation, sondern auch um Vorsorgemaßnahmen als Reaktion auf die Folgen des Klimawandels kümmern müssten:

  • Es gibt keine aufeinander abgestimmten Zeitskalen nachhaltiger Ergebnisse der Verminderung der Emissionen und des Klimawandels. Die Erfolge der Mäßigung des Ausstoßes von Treibhausgasen zeigen sich, wie gesagt, erst in ferner Zukunft. Eine Welt, in der nur noch geringe Mengen von CO2 emittiert werden, kommt zu spät, um den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten zu begrenzen. Die vergangenen und bisherigen, praktisch unbegrenzten Emissionen stellen sicher, dass der Klimawandel unsere zukünftigen Lebensbedingungen verändern wird. Das Dilemma besteht darin, dass die Zeitskalen der Natur nicht deckungsgleich sind mit denen politischer Entscheidungskonjunkturen in demokratischen Gesellschaften, die in Wahlperioden und Aufmerksamkeitszyklen verlaufen und sich in Handlungshorizonten der Menschen niederschlagen.
  • Die Gefährdung durch klimabedingte Extremereignisse, wie Starkregen, Überschwemmungen und Hitzeperioden, ist schon heute und war immer schon in vielen Regionen dieser Welt beträchtlich. Man denke nur an New Orleans 2005, an die Sturmflut 1872 an der deutschen Ostseeküste oder die von 1953 in Holland, aber auch an den Hurrikan Mitch, der bei den Verhandlungen in Rio de Janeiro 1992 instrumentalisiert wurde. Die Verletzlichkeit unserer Existenzgrundlagen steigt parallel zum Wachstum der Weltbevölkerung in gefährdeten Regionen, in denen wachsende Bevölkerungsgruppen schutzlos marginalisiert werden und nicht zuletzt auf Grund der politischen Ökonomie Opfer von extremen Wetterereignissen werden.
  • Die Regionen dieser Welt, deren Existenzgrundlagen von den Folgen der weltweiten Klimaveränderungen besonders betroffen sein werden, fordern schon heute mit Recht und mit wachsendem Nachdruck, dass sich die Welt um ihren Schutz und nicht nur um den Schutz des Klimas kümmern müsse.

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lebock 03.09.2008
1. ...
Zitat von sysopEine neue Studie führt Deutschland drastisch vor Augen, wie sich das Klima in der Republik bis 2100 verändern wird. Die Politik muss nun handeln, fordern die Forscher Hans von Storch und Nico Stehr - und verlangen, nicht nur über CO2-Reduzierung nachzudenken. Sondern auch, sich für das Unvermeidliche zu rüsten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,576032,00.html
"Wie Deutschland den Klimawandel bewältigen kann" der Titel was ganz den globalen Geist der Zeit repräsentiert!
timbuktu 03.09.2008
2. Teilweise richtig
Ich finde diesen Beitrag im Grundsatz recht interessant, denke aber er wird bei vielen Lesern zu der Einschätzung führen, das es sowieso egal ist, was wir machen, es ist sowieso zu spät... Genau das ist aber falsch. Je eher wir anfangen und je mehr wir die Emmissionen verringern, um so grösser sind die Chancen, das zumindest auch unsere Kinder und Enkel noch eine Welt vorfinden, in der sie leben können. Natürlich werden wir uns auch an den Klimawandel anpassen müssen, das sollte aber nicht dazu führen, das wichtige Ziel aus den Augen zu verlieren, die Emmissionen so weit wie irgendmöglich zu senken. Eine grosse Hoffnung sind die steigenden Energiepreise, die automatisch dazu führen werden, das mit fossilen Energieträgern sparsamer umgegangen wird... Das Manifest liefert also leider keine echten Lösungen, es besteht die Gefahr, sich auf die Anpassung zu konzentrieren. Also Lungenkrebs bekämpfen ohne mit dem rauchen aufzuhören.
Kalix 03.09.2008
3. Schnell abhaken
In NS (Doerpen) will ein Schweizer Unternehmen ein Kohlekraftwerk bauen, welches in der Schweiz aufgrund seines Ausstosses von 5 MIO TO CO2 keine Zulassung erhielte. Das KKW ist geplant ohne Wärmekoppelung; diese ist abhängig von der Zusage eines Großunternehmens (Nordland-Papier), dass man auf xJahre diesen Standort beibehalten will. Nur; diese Zusage ist von Nordland - Papier nicht zu erhalten. In der Summe: Die Politik will auf Teufel komm raus bauen, gegen jede ökologische, medizinische und wirtschaftliche Vernunft. Hony soi qui mal y pense.
mexi42 03.09.2008
4. Klimawandel
Wann begreift man, dass das CO2 irrelevant für Temperaturerhöhungen ist? Es ist der Wasserdampf und die Wolkenbildung. Schickt die Panik verursachenden alten Herren in Rente, incl. Publikationsverbot. Vor 7000 Jahren war es wärmer als heute - ohne CO2.
baiatul, 03.09.2008
5. Schon der Hammer
Zitat von sysopEine neue Studie führt Deutschland drastisch vor Augen, wie sich das Klima in der Republik bis 2100 verändern wird. Die Politik muss nun handeln, fordern die Forscher Hans von Storch und Nico Stehr - und verlangen, nicht nur über CO2-Reduzierung nachzudenken. Sondern auch, sich für das Unvermeidliche zu rüsten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,576032,00.html
Was sicher nicht verkehrt ist. Aber was eigentlich schon der Hammer ist: Die Leute, die da ständig davor gewarnt haben, hat man für blöd erklärt. Nun ist es soweit. Das Klima ist versaut. Welche Auswirkungen das insgesamt hat, weiss niemand. Reicht ja auch, wenn's die Leute wissen, wenn's soweit ist. Und alles ist irgendwie so seltsam normal. Das Klima ist halt versaut. Und da sollten wir uns jetzt halt drauf einstellen. Halt so. Genau wie: Deutschland ist im Krieg. Das sollen wir halt zur Kentnis nehmen. Sonst passt das nicht so richtig. Oder: Die staatliche Rente ist vergeigt. Das soll man halt mit einberechnen fürs Alter. Alles wird solange ignoriert, bis der Weihnachtsbaum brennt. Und dann soll man sich halt drauf einstellen. Brennt halt der Baum. Ist doch ganz normal. Ein Glück, wer woanders wohnt, aber man kann ja nicht helfen. Und keiner ist da, der die Verantwortlichen aufknüpfen will.... Auch die Grünen, die das Ganze haben kommen sehen, scheinen da keinen politischen Punkt dafür zu machen. Den Leuten ist das wurscht. Die denken, was sind schon drei Grad. Ohne sich auch nur im geringsten drüber klar zu sein, welch ätztend scheußliches Wetter da kommt. Ein Leben lang. Für die Kinder, für die Enkel, für die Urenkel.... Egal. Muß man sich halt drauf einstellen....
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