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Wilderei: Tödliche Gefahr für Afrikas Elefanten

Foto: WWF

Zentralafrikanische Republik Wilderer richten Gemetzel unter Elefanten an

Blutige Tragödie im Nationalpark Dzanga-Ndoki: Wilderer haben das politische Chaos in der Zentralafrikanischen Republik genutzt, um ein Gemetzel unter Waldelefanten anzurichten. Mindestens 26 Tiere, darunter mehrere Junge, wurden auf einen Schlag getötet.

Addis Abeba/Bangui - Im Dschungel der Zentralafrikanischen Republik haben Wilderer ein Blutbad unter Waldelefanten angerichtet. Ranger fanden im Nationalpark Dzanga-Ndoki auf einer Lichtung die Kadaver von mindestens 26 der gefährdeten Dickhäuter, darunter zwei bis vier Jungtiere, berichtete die Umweltschutzorganisation WWF.

Die Täter gehörten demnach vermutlich zu einer 17-köpfigen Bande, die aus dem Tschad und dem Sudan in das Nachbarland gekommen war. Die Wilderer hätten sich als Angehörige der Seleka-Rebellen ausgegeben, die Ende März die Regierung unter Präsident François Bozizé gestürzt haben. Sie hätten den Park nach Strafandrohung durch offizielle Seleka-Mitglieder mittlerweile verlassen, würden aber nicht von der Regierung in Zentralafrika verfolgt, hieß es.

"Es kann nicht sein, dass vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein einzigartiges Naturparadies geschändet wird", sagte Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. "Die Rebellenregierung lässt die kostbaren Regenwälder des Nationalparks und seiner Umgebung von Wilderern und Rohstoffhändlern plündern."

Die Lichtung, auf der die toten Elefanten entdeckt wurden, ist als Dzanga Bai ("Dorf der Elefanten") bekannt. Dort sammeln sich laut WWF bis zu 200 Elefanten gleichzeitig, um Mineralien aus dem Boden aufzunehmen. Dieses Phänomen sei weltweit nur noch an dieser Stelle zu beobachten.

Uno warnt vor Ausrottung in freier Wildbahn

Der WWF forderte die Weltgemeinschaft auf, die Region, die zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, besser zu schützen. In dem armen, aber rohstoffreichen Zentralafrika herrscht seit dem Sturz der Regierung Chaos, was den Elfenbeinhandel laut Brandes noch weiter anheizt: "Die exorbitanten Gewinne befeuern massiv den unkontrollierten Handel mit Kriegswaffen in der gesamten Region."

Dzanga-Ndoki ist ein Verbund aus mehreren Nationalparks und Schutzgebieten im Grenzgebiet zwischen der Zentralafrikanischen Republik, Kamerun und der Republik Kongo. In dem Areal leben zahlreiche gefährdete Tierarten, darunter Waldelefanten und Flachlandgorillas. Wilderer sind zu einer immer größeren Bedrohung geworden, nicht zuletzt durch die explosive Steigerung der Elfenbeinpreise.

Schätzungen zufolge wurde in den vergangenen Jahren eine fünfstellige Zahl von Elefanten in Afrika illegal getötet. Erst im März hatten die Vereinten Nationen gewarnt, dass den Elefanten auf dem Kontinent die Ausrottung in freier Wildbahn droht, falls man den Wilderern keinen Einhalt biete.

mbe/dpa/Reuters