Satellitenbild der Woche Tanz der Stürme

Die Zyklone "Diamondra" und "Eunice" sind kurz hintereinander über den Indischen Ozean gewirbelt. Land erreichten sie zum Glück nicht und hinterließen so keine Zerstörung, sondern vor allem eindrucksvolle Bilder.

Tropenzyklone "Diamondra" und "Eunice": Mit über 100 Kilometern pro Stunde über den Indischen Ozean
EUMETSAT/ Suomi NPP

Tropenzyklone "Diamondra" und "Eunice": Mit über 100 Kilometern pro Stunde über den Indischen Ozean


Blau leuchtet die hauchdünne Atmosphäre der Erde auf diesem Bild. Ohne die Schutzschicht wäre ein Leben, wie wir es kennen, unmöglich. Eigentlich haben die geostationären Satelliten der Europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (Eumetsat) in Darmstadt ihr Augenmerk aber auf etwas anderes gerichtet.

Im Januar nahmen sie zwei kurz hintereinander wirbelnde Stürme im Indischen Ozean auf - siehe Foto oben. Die Zyklone "Eunice" (links) und "Diamondra" (rechts) zogen mit 160 und 100 Kilometern pro Stunde in südöstliche Richtung.

Es gibt noch ein zweites Bild der tanzenden Zyklone - siehe unten. Es stammt vom 28. Januar und zeigt, dass die Zentren der Stürme zu diesem Zeitpunkt nur etwa 1500 Kilometer voneinander entfernt waren.

Zusammengesetzt wurde das Bild aus drei Datensätzen der Visible Infrared Imaging Radiometer Suite (VIIRS) an Bord des Nasa-Wettersatelliten "Suomi NPP". Das Instrument erfasste die Informationen um 8.25 Uhr, 10.05 Uhr und 11.50 Uhr unserer Zeit.

VIIRS-Aufnahme: Etwa 1500 Kilometer entfernt
EUMETSAT/ Suomi NPP

VIIRS-Aufnahme: Etwa 1500 Kilometer entfernt

Wenn zwei Tropenzyklone nah genug beieinander sind, kann es passieren, dass sie einander umkreisen. Meteorologen sprechen dann vom Fujiwhara-Effekt. Wirbeln die Stürme eng genug beieinander, vereinen sie sich manchmal. "In diesem Fall scheinen sie jedoch zu weit voneinander entfernt zu sein", berichtet Brian McNoldy, ein Meteorologe von der University of Miami.

Als Daumenregel könne man annehmen, dass Zyklone ab einem Abstand von etwa 1100 Kilometern beginnen, umeinander zu kreisen, so McNoldy. Glaube man den aktuellen Vorhersagen, werden beide Stürme in ihrer bisherigen Geschwindigkeit weiter Richtung Südosten ziehen und sich wohl nicht zusammenschließen.

Für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr. "Eunice" und "Diamondra" werden aller Voraussicht nicht auf Land treffen und aufgrund ihrer relativ geringen Geschwindigkeit auch sonst keine nennenswerten Schäden anrichten.

jme



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