Alle Passagiere in Quarantäne Niederlande meldet viele Coronafälle bei Reisenden aus Südafrika

Zwei Maschinen aus Kapstadt brachten rund 600 Passagiere nach Amsterdam – Dutzende sind mit Corona infiziert. Noch ist nicht geklärt, ob es sich um die neue Variante B.1.1.529 handelt.
Passagiere warten am Flughafen Amsterdam-Schiphol auf das Ergebnis ihres Covid-Tests

Passagiere warten am Flughafen Amsterdam-Schiphol auf das Ergebnis ihres Covid-Tests

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Dutzende aus Südafrika in Amsterdam gelandete Passagiere sind nach Einschätzung niederländischer Behörden mit dem Coronavirus infiziert. Es sei allerdings noch nicht geklärt, ob es sich dabei um die neue Virusvariante B.1.1.529 handele, zitierte die Zeitung »De Telegraaf« in der Nacht zu Samstag die Gesundheitsbehörden. Das sollten Folgeuntersuchungen des Erasmus Medical Centre in Rotterdam zeigen. Am Freitagvormittag waren zwei Flugzeuge der Gesellschaft KLM mit rund 600 Menschen an Bord auf dem Airport Schiphol gelandet. Die Maschinen waren in Kapstadt und Johannesburg gestartet.

61 Flugpassagiere seien inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die niederländische Gesundheitsbehörde GGD am Samstag mit. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben.

Die infizierten Personen würden in einem bewachten Isolationshotel untergebracht, hieß es weiter. Wer ein negatives Testergebnis erhalte, dürfe den Flughafen verlassen, müsse aber fünf Tage lang in häusliche Quarantäne und sich nach fünf Tagen erneut testen lassen. Reisende mit einem positiven Testergebnis würden mindestens sieben Tage in dem Hotel bleiben, wenn sie Beschwerden hätten, und fünf Tage, wenn sie keine Beschwerden hätten.

Bis Freitag galt für Einreisen aus Südafrika 3G – und als Test ein maximal 24 Stunden alter Schnelltest. Nach der Ankunft der beiden Maschinen mit den vielen Infizierten suchen die Behörden jetzt nach den Passagieren vorheriger Flüge: Wer seit vergangenem Montag aus dem südlichen Afrika eingereist sei, solle sich umgehend auf das Coronavirus testen lassen.

Wie andere Länder auch hatten die Niederlande wegen des Aufkommens der neuen Virusvariante ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika verhängt. Dieses galt ab Freitag, 12.00 Uhr. Passagiere, die aus der Region noch unterwegs waren, mussten sich nach Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol testen lassen und anschließend in Quarantäne begeben. Auch Deutschland und andere EU-Länder wie Dänemark und Italien hatten Reisebeschränkungen verhängt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Variante B.1.1.529 am Freitag als »besorgniserregend« eingestuft. Experten befürchten, dass die vielen Mutationen der Variante dazu führen, dass sich der Erreger schneller ausbreitet oder die Impfstoffe ihre Schutzwirkung verlieren. Am Freitag wurde ein erster Fall in Belgien gemeldet.

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Der belgische Virologe Marc Van Ranst schrieb auf Twitter, es handle sich um eine Person, die am 11. November aus Ägypten nach Belgien zurückgekehrt war. Die ersten Symptome habe der Mensch demnach am 22. November gezeigt.

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Nach der Ankunft der 61 Infizierten aus Südafrika zeigt sich der niederländische Epidemiologe Amrish Baidjoe im Interview mit dem Sender NOS Radio 1 überzeugt: Omikron ist auch in den Niederlanden angekommen . Und Reisebeschränkungen könnten kaum helfen, die Variante komplett draußen zu halten, wenn sie tatsächlich ansteckender sei, sagt Baidjoe weiter: »Wir sind eine sehr vernetzte Welt. Das heißt, ein solches Virus kommt nicht nur aus dem südlichen Afrika, sondern auch über andere Routen gekommen sein.«

oka/dpa
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