Paris Mittelalterliche Gräber unter Notre-Dame entdeckt

Bei Untersuchungen für den Wiederaufbau der Kathedrale Notre-Dame machte Archäologen einen aufregenden Fund: Wer wurde in den nun entdeckten Gräbern unter dem Kirchenschiff beigesetzt?
Schatz geborgen: Baugerüste im Gewölbe der Kathedrale Notre-Dame de Paris (Bild von April 2021)

Schatz geborgen: Baugerüste im Gewölbe der Kathedrale Notre-Dame de Paris (Bild von April 2021)

Foto: Ian Langsdon / AFP

Bei archäologischen Untersuchungen beim Wiederaufbau der abgebrannten Kathedrale Notre-Dame in Paris haben Forscher mehrere bislang unbekannte Gräber entdeckt. Die Funde seien von »bemerkenswerter wissenschaftlicher Qualität«, erklärte das französische Kulturministerium am Montag. Unter den Gräbern war ein vollständig erhaltener Sarkophag aus Blei, in dem mutmaßlich ein hoher Würdenträger aus dem 14. Jahrhundert beigesetzt worden war.

Die Gräber wurden auf der Höhe der Vierung entdeckt, wo sich Haupt- und Querschiff der Kathedrale kreuzen. Neben den Gräbern entdeckten die Archäologen unter dem heutigen Bodenbelag der Kathedrale eine Grube, in der mehrfarbige Skulpturen vergraben waren. Diese seien Teil des alten Lettners von Notre-Dame, der um das Jahr 1230 errichtet und Anfang des 18. Jahrhunderts zerstört wurde.

Der Lettner ist eine häufig kunstvoll verzierte Abtrennung, die den Raum der Geistlichen vom Rest des Kirchenschiffs absonderte. Im 19. Jahrhundert wurden bereits Teile dieses Lettners beim Bau der Turmspitze gefunden. Sie werden heute im Louvre-Museum ausgestellt.

Notre-Dame war 2019 bei einem Brand teilweise zerstört worden. Im Herbst vergangenen Jahres wurden die Stabilisierungsarbeiten abgeschlossen. Seitdem beginnt der eigentliche Wiederaufbau des mittelalterlichen Gebäudes. Für die Rekonstruktion des Dachstuhls wurden Hunderte Eichen gefällt. Durch die Coronapandemie verzögerten sich die Arbeiten. Nun ist eine Neueröffnung bis zu den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 geplant.

ak/AFP