Österreichische Studie zum Insektensterben Schmetterlinge verschwanden in zwei Wellen

Bereits im späten 19. Jahrhundert sind die artenreichen Insekten vermehrt gestorben – vor allem zwei Perioden machten Schmetterlingen zu schaffen. Verantwortlich für beide: der Mensch.
Schmetterlinge (Symbolbild)

Schmetterlinge (Symbolbild)

Foto: Mila Drumeva / iStockphoto / Getty Images

Der Verlust der biologischen Vielfalt macht Insekten zu schaffen. Ein Team um Jan Christian Habel von der Universität Salzburg hat nun zeitliche Trends von Schmetterlingen im nordösterreichischen Bundesland Salzburg zwischen 1920 und 2019 analysiert. Das Ergebnis: Die Schmetterlinge in Mitteleuropa starben insbesondere in zwei großen Wellen. Über die Untersuchung berichtet hatte »Spektrum« , veröffentlicht wurde sie im Fachblatt »Science of The Total Environment«. 

Das Untersuchungsgebiet deckt eine große Vielfalt an Regionen und Höhenlagen ab, heißt es in der Studie. Während des Untersuchungszeitraums und kurz davor kam es demnach zu verschiedenen Änderungen der Landnutzung und Intensivierung: Eine erste Welle des Artenrückgangs begann demzufolge im späten 19. Jahrhundert, gefolgt von einer Verschlechterung der Lebensraumqualität seit Mitte des 20. Jahrhunderts.

»Dieser Trend ist bis heute ungebrochen negativ«

Einen wichtigen Wendepunkt sehen die Autoren in den 1960er-Jahren. Demnach fällt die zweite Welle mit dem Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft in Mitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Auch der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und künstlichen Düngemitteln könnte Thomas Schmitt, einem der Autoren, zufolge verantwortlich sein, wie das Senkenberg-Museum  zitiert. »Hierdurch verschwanden viele naturnahe Elemente der Kulturlandschaft wie blütenreiche, magere Talwiesen mit ihrer hohen Artenvielfalt. Dieser Trend ist bis heute ungebrochen negativ.«

Für die Studie wurden rund 60.000 Daten über das Vorkommen von 168 Schmetterlingsarten ausgewertet, heißt es weiter. Jede dieser Arten wurde anhand von ökologischen Merkmalen klassifiziert, die Untersuchung konnte zwei große Trends in der Zusammensetzung der Gemeinschaft feststellen.

»Diese Zeitfenster fallen mit Perioden zusammen, die durch starke Lebensraumzerstörung und die Verschlechterung der Lebensraumqualität aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft gekennzeichnet sind«, heißt es in der Studie. »Wir stellten fest, dass der Anteil der Arten, die bestimmte Lebensräume benötigen, seit 1920 und bis heute deutlich zurückgegangen ist.«

ani
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