Traum vom Ende der Pandemie »Omikron könnte die Tür sein«

Verliert Corona dank Omikron seinen Schrecken? Regierungsberater Lars Kaderali von der Uni Greifswald hält das für möglich – unter einer Bedingung.
Coronastation in Leipzig

Coronastation in Leipzig

Foto: jens schlueter / Getty Images

Die Virusvariante Omikron könnte dem von der Bundesregierung berufenen Coronaexperten Lars Kaderali zufolge der Anfang vom Ende der Pandemie in Deutschland sein. »Ich würde das tatsächlich so sehen, dass Omikron die Tür sein könnte«, sagte der Greifswalder Bioinformatiker.

Einen lockereren Umgang mit dem Coronavirus, wie er in Spanien erwogen wird, hält er hierzulande aber nicht für ratsam. »Selbst wenn das in Spanien gut gehen sollte, kann man daraus nicht rückschließen, dass das eine gute Strategie für Deutschland wäre.«

Es bestehe laut Kaderali die Hoffnung, dass bis zum Sommer hierzulande jeder in der Bevölkerung »das Virus schon mal gesehen hat« – entweder durch Impfung oder eine Infektion, wobei das Erstere zu bevorzugen sei. Dann könne das Virus auch für den kommenden Herbst an Schrecken verlieren. Er hoffe, dass etwa Schließungen von Restaurants oder 2G-Regeln im kommenden Winter dann kein Thema mehr seien.

Zunächst gelte es aber, die Omikron-Welle durch Maßnahmen abzuflachen, um eine Überlastung auf den Intensivstationen zu vermeiden. Denn obwohl die Omikron-Variante wohl eine geringere Hospitalisierung als andere Varianten nach sich ziehe, werde dieser Effekt durch die hohe Infektiosität und viele Fälle kompensiert. Das legten auch Zahlen aus den USA nahe.

Lockerungspläne in Spanien

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte in einem Radiointerview erklärt, man müsse berücksichtigen, dass Covid-19 sich von einer Pandemie zu einer endemischen Krankheit entwickle. Experten arbeiteten »seit Wochen« daran, Covid-19 etwa wie eine Grippe zu behandeln. Angedacht ist demnach eine Lockerung der Überwachung der Infektionen zur Entlastung des überforderten Gesundheitswesens.

Spanien habe eine deutlich höhere Impfquote und eine deutlich höhere Zahl an durchgemachten Infektionen, sagt dazu Kaderali. »Das heißt, Spanien ist näher an dieser endemischen Situation.« Sehr grob gerechnet tragen laut Kaderali über 90 Prozent der spanischen Bevölkerung Corona-Antikörper in sich. »Und da sind wir doch in Deutschland, ich sage mal, erheblich von weg.« In Deutschland liege der Anteil mindestens über zehn Prozent niedriger.

kig/dpa
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