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Operationen am Bildschirm

aus DER SPIEGEL 26/1992

Statt an Leichen können Ärzte in Hamburg riskante Operationen jetzt am Computerbildschirm erproben. Mathematiker und Mediziner an der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf entwickelten einen elektronischen Anatomieatlas, der dreidimensionale Ansichten vom Körperinneren liefert und es zugleich gestattet, chirurgische Eingriffe zu simulieren - samt den Folgen möglicher ärztlicher Kunstfehler. Mit Hilfe der Kernspintomographie zerlegten die Wissenschaftler den Kopf eines Patienten in 16 Millionen Raumeinheiten, die in einem Rechner gespeichert wurden. Das aus den Computerdaten zusammengesetzte und auf den Bildschirm projizierte 3-D-Modell vom Patientenkopf läßt sich nach Belieben drehen und wenden. Durch Zeigen auf anatomische Details können die wissenschaftliche Bezeichnung sowie die Funktion der betreffenden Kopfregion abgerufen werden. Als nächstes wollen die Computer-Anatomen einen Atlas der menschlichen Hüftpartie anfertigen; später soll auch ein kompletter Fetus in das 3-D-Programm aufgenommen werden.

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