Klimakrise Ozeane erwärmen sich immer schneller

Einen Großteil der Erderwärmung nehmen die Ozeane auf, sie werden immer schneller immer wärmer. Das kann dramatische Folgen haben. Noch gibt es Möglichkeiten, das Aufheizen zu bremsen.
Brüchiges Meereis vor der Nordküste Spitzbergens: Das Wasser erwärmt sich

Brüchiges Meereis vor der Nordküste Spitzbergens: Das Wasser erwärmt sich

Foto: Ashley Cooper / Getty Images

Die Erderwärmung als Folge der Klimakrise trifft insbesondere auch die Weltmeere. Forschende haben sich das nun genauer angesehen: »Um zu verstehen, wie schnell sich das Klima der Erde verändert, müssen wir den Ozean und die Veränderung der Wärme darin betrachten«, heißt es in einer Mitteilung zu der Studie , die in der Fachzeitschrift »Nature Reviews«  veröffentlicht wurde. »Die Analyse zeigt, was passieren wird, wenn wir keine Maßnahmen ergreifen, um die globale Erwärmung zu verlangsamen.«

Laut der Auswertung haben die oberen 2000 Meter der Ozeane spätestens in den Fünfzigerjahren begonnen, sich aufzuheizen – stellenweise erreichen Ozeane eine Tiefe von mehr als 10.000 Metern. Seither habe sich die Erwärmung immer weiter beschleunigt.

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»Die Zukunft der Ozeane liegt in unseren Händen«

Lag der jährliche Energiezuwachs durch Wärme im Ozean zunächst noch bei unter fünf Zeptojoule, hat die Erwärmung inzwischen eine Rate von zehn Zeptojoule pro Jahr erreicht – sich also mehr als verdoppelt. Ein Zeptojoule entspricht einer Energie von 1.000.000.000.000.000.000.000 Joule. Zum Vergleich: Der jährliche Energieverbrauch der USA beträgt etwa ein zehntel Zeptojoule.

Die erhobenen Daten ermöglichen es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Mitteilung zufolge abzuschätzen, wie sich die Ozeane in den kommenden Jahrzehnten entwickeln werden. »Die wichtigste Erkenntnis ist: Die Zukunft der Ozeane liegt in unseren Händen«, heißt es.

Wenn die Treibhausgasemissionen drastisch gesenkt werden – das heißt, wenn das Ziel des Pariser Klimaabkommens eingehalten würde, die globale Oberflächenerwärmung auf maximal zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, könne die Beschleunigung der Erwärmung der Ozeane um das Jahr 2030 zum Stillstand kommen. »Wenn wir jedoch keine Maßnahmen ergreifen, sind die Prognosen ziemlich düster«, heißt es in der Mitteilung. Die Erwärmungsrate werde sich im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter beschleunigen: »Bis 2090 wird die Erwärmung der Ozeane voraussichtlich viermal so stark sein wie heute.«

Allerdings gebe es regionale Unterschiede: Der Atlantik erwärme sich schneller als der Pazifik und der Indische Ozean. Aufgrund seines Volumens werde der Pazifische Ozean dennoch bis zum Ende des Jahrhunderts als größter Wärmespeicher dienen, so die Fachleute.

Die Erwärmung der Ozeane hat weitreichende Folgen für das Leben auf der Erde: Extremwetter wie heftige Stürme, tödliche Regenfälle und Überschwemmungen und Wirbelstürme werden wahrscheinlicher. 2022 habe man bereits eine Vielzahl dieser Katastrophen erlebt. In der Mitteilung heißt es weiter: »Wenn das derzeitige Wetter wild ist, dann warten Sie nur auf die kommenden Jahrzehnte. Das bisher war noch gar nichts.«

ani
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