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Umwelt Ozonkiller aus den Weltmeeren

aus DER SPIEGEL 6/1996

Neben Chlor und Brom halten Atmosphärenforscher auch Jod für mitverantwortlich an der Zerstörung der Ozonschicht. Die Substanz wird überwiegend von Makroalgen und Phytoplankton im Meer in Form von jodhaltigen Verbindungen freigesetzt, nach Schätzungen bis zu eine Million Tonnen jährlich. Zwar haben die biogenen Spurengase zumeist nur eine kurze Lebensdauer in der Atmosphäre. Wissenschaftler von der amerikanischen National Oceanographic and Atmospheric Administration in Boulder (US-Staat Colorado) vermuten jedoch, daß Jodkohlenwasserstoffe (JKW) von aufsteigenden Wolken vor allem in den Tropen bis in die Stratosphäre transportiert werden. Dort, so nehmen die Forscher an, werden aus den JKW Jod-Radikale, die den durch Chlor und Brom verursachten Ozonabbau forcieren - eine mögliche Erklärung für Ozonverluste auch außerhalb der Polarbereiche. Umweltphysiker der Universität Bremen haben in der Arktis schon verdächtiges Jodmonoxid aufgespürt. Für den Bremer Projektleiter John Burrows ist Jod zur Zeit »eines der heißen Themen in der Atmosphärenforschung«.

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